Kategorie: Forschung

  • Entwicklung und Validierung einer mehrdimensionalen Skala für Proaktives Entscheiden

    Entwicklung und Validierung einer mehrdimensionalen Skala für Proaktives Entscheiden

    Die Fähigkeit, Alternativen systematisch zu entwickeln, ist auch eine der sechs Dimensionen des Konstrukts „Proaktives Entscheiden“, das ich mit Kollege Kunz (Universität zu Köln) entwickelt habe. Im explorativen Stadium haben wir mit SPSS das Konstrukt theoretisch hergeleitet, konzeptualisiert und durch reliable und valide Items operationalisiert. Im konfirmatorischen Stadium haben wir unsere Skala quantitativ-empirisch getestet und validiert. Insgesamt konnten wir mit der Skala erstaunliche 48,3% der Varianz der Entscheidungszufriedenheit erklären.

    In einem Folgeartikel zeigen wir, dass proaktives Entscheiden erlernbar ist, und erklären mithilfe eines Strukturgleichungsmodells über 35% der Lebenszufriedenheit. In einer weiteren Arbeit zeigen wir, dass durch unterschiedliche Vorlesungsformate proaktives Entscheiden trainierbar ist (Siebert et al. 2021). Wer lernt, proaktiv in Entscheidungssituationen zu agieren, ist somit zufriedener mit seinem Leben. Daraus lässt sich sehr eindrucksvoll ein zentraler Kompetenzerwerb für Studierende begründen.

    Siebert, Johannes; Kunz, Reinhard. “Developing and Validating the Multidimensional Proactive Decision-Making Scale”. Sonderheft „Behavioral Operations Research“ der Zeitschrift European Journal of Operational Research, 249(3) 2016, 864-877

    Siebert, Johannes; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction” (European Journal of Operational Research, in press. https://doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.011)

    Siebert, Johannes; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction” (European Journal of Operational Research, in press. https://doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.011 )

  • Verbesserung der Entscheidungskompetenz von Schülerinnen und Schülern

    Verbesserung der Entscheidungskompetenz von Schülerinnen und Schülern

    Die erste Entscheidung viele junge Menschen ist die, „was mache ich nach der Schule?“ Zumeist werden allenfalls unterschiedliche Möglichkeiten vorgestellt. Häufig wählen junge Menschen dann eine von den offensichtlichen oder von anderen Personen vorgeschlagenen Alternativen, ohne sich intensiver damit auseinanderzusetzen, was sie persönlich eigentlich wollen und was ihre Ziele sind. So hört man häufig von Jugendlichen: „Meine Mutter ist Ärztin, also studiere ich Medizin“, oder „Mein Vater ist Unternehmer. Ich studiere BWL“, oder aber auch „Meine Eltern haben nicht studiert. Ich soll auf keinen Fall den gleichen Fehler machen“. Grundsätzlich mögen diese Entscheidungen objektiv gesehen „vernünftig“ erscheinen; im Einzelfall ist es jedoch dringend notwendig, die Interessen, Wünsche und Voraussetzungen jedes/r Einzelnen individuell zu berücksichtigen.

    Vor der Wahl des Studienfaches sollte sich jeder die zentrale Frage stellen, ob Ausbildung oder Studium besser zu den Zielen und Wünschen eines jungen Menschen passen. Diese wird heute allerdings häufig komplett außen vorgelassen. In der Folge dessen und aufgrund von schlechten Vorabwägungen bei der Karriereentscheidung brachen im Jahr 2015 28 Prozent aller Bachelorstudierenden ihr Studium ab und 25 Prozent der Ausbildungsverträge wurden vorzeitig gekündigt. Neben ökonomischen Folgen wie etwa erhöhten Ausbildungskosten oder Fachkräftemangel kommt es auch zu teilweise erheblichen individuellen Folgen, da der Abbruch eines Ausbildungswegs oft als schweres Scheitern angesehen wird.

    In einem großen Forschungsprojekt in Nordbayern untersuchen wir, wie jungen Menschen am besten in Entscheidungskompetenz trainiert werden können, damit sie gut gerüstet sind, die Entscheidungen, die ihr Leben maßgeblich beeinflussen, besser und proaktiver treffen können. (www.KLUGentscheiden.de)

  • Methodische Reduktion des Perseveranzeffekts bei Fake News

    Methodische Reduktion des Perseveranzeffekts bei Fake News

    Das Projekt „PerFake“ beschäftigt sich mit der methodischen Reduktion des Perseveranzeffekts bei Fake News. Fake News wurden durch die US-Präsidentschaftswahlen 2016 und die Volksabstimmung zum Brexit zu einem globalen Phänomen, insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen soziale Medien unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. Die Verbreitung von Fake News im Internet und deren Folgen werden im Europäischen Parlament intensiv diskutiert. Dennoch gibt es bislang keine Übereinkunft, wie der Einfluss von Fake News vermindert werden soll. Die Problematik von Fake News ist, dass, selbst wenn diese einwandfrei als solche identifiziert werden, immer noch „etwas hängen bleibt“, also die Meinung nachhaltig beeinflusst wird. Dieser Bias nennt sich Perseveranzeffekt“ und erklärt den großen Einfluss von Fake News auf die Meinungsbildung und auch das Entscheidungsverhalten vieler Menschen.

    Das Ziel des Projekts „PerFake“ ist es dazu beizutragen, diesen negativen Einfluss von Fake News zu minimieren. Die Forschungsfrage lautet daher: „Wie kann der Perseveranzeffekt im Zusammenhang von Fake News bestmöglich reduziert werden?“

    Um diese Forschungsfrage umfassend zu beantworten, werden Methoden zur Reduktion dieses Biases entwickelt und in zwei Fragebogen-basierten Experimenten mit vielen Teilnehmer/innen getestet und optimiert. Im ersten Experiment wird ein Thema gewählt, zu dem die Teilnehmer/innen sich noch keine Meinung gebildet haben. Das Experiment besteht aus drei Schritten. Die Teilnehmer/innen (1) werden mit Fake News konfrontiert und aufgefordert, sich eine Meinung zu bilden, (2) werden darüber informiert, dass es sich um Fake News handelte, und (3) wenden Methoden zur Reduktion des Biases an. In jedem Schritt wird die Stärke der Meinung gemessen, um zunächst den Bias festzustellen und anschließend die Effektivität dieser Methoden zur Reduktion dieses Bias zu analysieren. Im zweiten Experiment wird ein aktuelles Thema gewählt, in welchem die Teilnehmer/innen sich bereits eine Meinung gebildet haben, beispielsweise „Migration“ oder „EU-Austritt eines Staates“. Hierbei wird daher die Stärke der Meinung auch zu Beginn des Experiments gemessen.

    Auf Basis der Ergebnisse werden die Forschungsfrage beantwortet und Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie der Perseveranzeffekt bestmöglich reduziert werden kann. Das Projekt begnügt sich im Gegensatz zu den bestehenden Arbeiten nicht damit, nur die Effektivität einzelner Methoden zu bestätigen, sondern vergleicht auch deren Effektivität und Effizienz. Darüber hinaus werden systematisch bessere Methoden entwickelt, beispielsweise durch die Erweiterung und Kombination bestehender Methoden. Dieser Ansatz stellt eine hohe Qualität der Ergebnisse und der daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen sicher. Das Projekt ist in hohem Maße interdisziplinär, da es Wissen aus unterschiedlichen Disziplinen wie etwa deskriptiver und präskriptiver Entscheidungstheorie, Behavioural Operations Research, Psychologie, Statistik und empirischer Forschung vereint.

  • Entwicklung von Methoden zur Identifikation, Strukturierung und Vergleich von Zielen

    Entwicklung von Methoden zur Identifikation, Strukturierung und Vergleich von Zielen


    Veröffentlichung

    Siebert, Johannes; von Winterfeldt, Detlof; John, Richard. “Identifying and Structuring the Objectives of the “Islamic State of Iraq and the Levant” (ISIL) and its Followers.” Decision Analysis (INFORMS), 2016, 13(1), 26-50

    Siebert, Johannes U.; von Winterfeldt, Detlof. „Comparative Analysis of Terrorists’ Objectives Hierarchies“, Decision Analysis (INFORMS) June 2020, 17(2), 97-114, https://doi.org/10.1287/deca.2019.0400

    In Zusammenarbeit mit Kollege von Winterfeldt (Direktor des Center for Risk and Economic Analysis of Terrorism Events, University of Southern California) habe ich eine Methode zur Identifikation und Strukturierung von Zielen von Terroristen entwickelt und in der Praxis für den Oberkommandierenden der US-Streitkräfte im Nahen und Mittleren Osten eingesetzt, um herauszufinden, warum der IS so attraktiv für seine Anhänger ist und welche Ziele die Anführer, die Organisation und die Anhänger verfolgen. Unsere Ergebnisse trugen zu einer verbesserten Problemstrukturierung bei und werden dazu eingesetzt, die Zivilbevölkerung im Westen und mittleren Osten besser vor terroristischen Anschlägen zu schützen.

    http://localhost/johannessiebert/?p=676
  • Entwicklung des Entscheidungsunterstützungstool “Entscheidungsnavi”

    Entwicklung des Entscheidungsunterstützungstool “Entscheidungsnavi”

    Veröffentlichungen

    von Nitzsch Rüdiger, Tönsfeuerborn Mendy., Siebert Johannes U. (2020) Decision Skill Training with the Entscheidungsnavi. In: de Almeida A.T., Morais D.C. (eds) Innovation for Systems Information and Decision. INSID 2020. Lecture Notes in Business Information Processing, vol 405. Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-64399-7_2

    Siebert, Johannes; Rüdiger von Nitzsch. “Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine entscheidungstheoretische Anwendung – Teil 1: Problemstrukturierung in Ziele, Alternativen und Unsicherheiten“, DOI: 10.15358/0340-1650-2018-8, Wissenschaftliche Beiträge, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Oktober 2018, 47(10), 4-11

    Rüdiger von Nitzsch; Siebert, Johannes. „Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine entscheidungstheoretische Anwendung – Teil 2: Ermittlung der besten Alternative mit dem ENTSCHEIDUNGSNAVI“, DOI: 10.15358/0340-1650-2018-8, Wissenschaftliche Beiträge, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, November 2018, 47(11), 4-11

    Rüdiger von Nitzsch; Siebert, Johannes. „Systematische Entscheidungshilfe durch das ENTSCHEIDUNGSNAVI: Hintergründe und Erläuterungen

    Um die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst vielen Individuen und Organisationen zugänglich zu machen, entwickele ich in Zusammenarbeit mit Kollege von Nitzsch (RWTH Aachen) ein webbasiertes multikriterielles Entscheidungsunterstützungstool (www.entscheidungsnavi.de, mehr zum Gesamtprojekt: www.proaktiv-entscheiden.de). Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die Anwender insbesondere auch in der Phase der Problemstrukturierung unterstützt werden. Aus Forschersicht ist dieses Tool sehr interessant, weil die Auswertung der anonymisierten und von den Anwendern strukturierten Entscheidungssituationen sehr interessante Einblicke in das menschliche und organisationale Entscheidungsverhalten bietet

  • Entwicklung von mehr und besseren Alternativen

    Entwicklung von mehr und besseren Alternativen

    Veröffentlichungen

    Siebert, Johannes; Keeney, Ralph L. “Creating More and Better Alternatives for Decisions Using Objectives”. Operations Research, September/October 2015, 63(5), 1144-1158.

    Siebert, Johannes. “Can Novices Create Alternatives of the Same Quality as Experts?”,  Decision Analysis (INFORMS) 2016, 13(4), 278-291

    Mit einer Serie von fünf Experimenten konnten Kollege Keeney (Duke University) und ich zeigen, dass Entscheidungsträger sich nur eingeschränkt ihrer relevanten Alternativen bewusst sind. Dieses hat erhebliche Konsequenzen. Denn so trivial es auch klingt: Eine Alternative kann nur gewählt werden, wenn sie im Vorfeld identifiziert wurde. Der systematische Einsatz von Zielen als Stimulus erlaubt es, mehr und bessere Alternativen zu identifizieren.

  • Entwicklung einer Balanced Scorecard mit Value-Focused Thinking am Beispiel eines Medienunternehmens

    Entwicklung einer Balanced Scorecard mit Value-Focused Thinking am Beispiel eines Medienunternehmens

    Veröffentlichung

    [1] Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard „Die Entwicklung einer Balanced Scorecard mit Value-focused Thinking am Beispiel eines Medienunternehmens“. Zeitschrift für erfolgsorientierte Unternehmenssteuerung, Heft 3, 2016, 210-215. DOI:  10.15358/0935-0381-2016-3-209

    [2] Kunz, Reinhard; Siebert, Johannes U.; Mütterlein, Joschka. “Combining Value-Focused Thinking and Balanced Scorecard to Improve Decision-Making in Strategic Management”. Journal of Multi-Criteria Decision Analysis, September-Dezember 2016, 225-241,DOI: 10.1002/mcda.1572

    [3] Kunz, Reinhard; Siebert, Johannes U.; Mütterlein, Joschka. „A Media-Specific Balanced Scorecard Based on Value-Focused Thinking“, Journal of Media Business Studies, 13(4), 2016, 257-275. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/16522354.2016.1220114 10.15358/0935-0381-2016-3-209

    Seit vielen Jahren befindet sich die Medienbranche in einem durch die Digitalisierung der Gesellschaft ausgelösten Wandel. Viele bestehende Geschäftsmodelle werden zwangsläufig durch neue ersetzt. Um in einem solchen Umfeld langfristig erfolgreich agieren zu können, ist ein proaktives Entscheiden im Speziellen und ein proaktives Management im Allgemeinen erforderlich. Hierzu muss ein Unternehmen jedoch sehr genau seine Ziele kennen. Bei vielen Unternehmen in der Medienbranche, insbesondere bei kleinen und mittelständischen, ist dies häufig nicht der Fall. Diese werden zumeist von Inhabern geführt, die sich „auf ihren Bauch“ verlassen, und sehr genau zu wissen meinen, wohin sie ihr Unternehmen steuern müssen. Allerdings sind dadurch Ziele für Mitarbeiter häufig sehr intransparent. Wie sollen die Mitarbeiter jedoch gute Arbeit leisten, wenn ihnen gar nicht klar ist, was sie eigentlich erreichen sollen? In einer Branche, die sich im Wandel befindet, ist es ja keinesfalls ausreichend, einfach das zu machen, was schon immer gemacht wurde.

    In einem praxisorientierten Forschungsprojekt der Universität Bayreuth haben Prof. Siebert, Prof. Kunz und Herr Mütterlein für ein mittelständisches Unternehmen in der Medienbranche eine Balanced Scorecard auf Basis von Value-focused Thinking entwickelt. Im Zuge der Anwendung dieses weit verbreiteten Managementinstruments Balanced Scorecard liegt die besondere Herausforderung in einer umfassenden und systematischen Erfassung der relevanten Ziele und Zielbeziehungen. Jedoch gibt es nur wenige Manager, die Erfahrung mit der Erstellung und Interpretation der teilweise sehr differenzierten Mittel-Ziel-Netzwerke haben. Vor diesem Hintergrund wurde eine Vorgehensweise zur Entwicklung und Anpassung einer Balanced Scorecard unter Einsatz von Techniken zur Identifikation von Zielen und Zielbeziehungen mit Value-focused Thinking entwickelt. Nachfolgend findet sich eine kurze Beschreibung der sechs empfohlenen Schritte (siehe Siebert und Kunz 2016).

    • Im ersten Schritt erfolgt die Identifikation von Zielen und Zielbeziehungen durch Interviews mit den Entscheidungsträgern und weiteren Mitarbeitern in Schlüsselpositionen der Organisation. Hier kommen Techniken und Methoden des Value-focused Thinking, wie z. B. die Identifikation von Ketten von Zielen (Leitfrage: Warum ist das Ziel wichtig?), zum Einsatz.
    • Im zweiten Schritt erfolgt die Strukturierung der Ziele. Im Zuge dessen werden zunächst die von den Entscheidungsträgern artikulierten Ziele aggregiert, redundante Ziele eliminiert und die verbleibenden Ziele klassifiziert. Anschließend wird ein differenziertes Mittel-Zweck-Netzwerk unter Berücksichtigung von Strukturierungstechniken des Value-focused Thinking erstellt.
    • In einem dritten Schritt werden Zielcluster identifiziert, die sich dadurch auszeichnen, dass die Ziele eines Clusters mehr Beziehungen untereinander als zu Zielen anderer Cluster aufweisen.
    • Im vierten Schritt dienen die wichtigsten Ziele der einzelnen Cluster als Grundlage zur Formulierung der Mission, Vision und der Strategie des Unternehmens.
    • Im fünften Schritt erfolgt das Design der Balanced Scorecard. Hierzu werden einzelne oder mehrere Cluster als Perspektive einer Balanced Scorecard interpretiert. Darüber hinaus werden die jeweiligen Ziele identifiziert und Zielbeziehungen modelliert. Um den Erfolg des Unternehmens messbar zu machen, werden die Ziele mithilfe geeigneter Kennzahlen operationalisiert. Damit ist die erstmalige Erstellung einer Balanced Scorecard abgeschlossen.
    • In einem sechsten Schritt wird die Balanced Scorecard überwacht und, wenn nötig, an Veränderungen der Unternehmensumwelt oder des Unternehmens angepasst. Dabei könnten beispielsweise einzelne Ziele in der Balanced Scorecard durch andere Ziele im Mittel-Zweck-Netzwerk ausgetauscht werden.

    Eine auf diese Weise erstellte Balanced Scorecard weist eine interessante Besonderheit auf. Experimente haben erwiesen, dass Ziele einen effektiven Stimulus für die Entwicklung von Alternativen darstellen können (Siebert und Keeney 2015). Wenn das Management feststellt, in einem bestimmten Bereich Änderungen herbeiführen zu müssen, beispielsweise in der Kundenperspektive, dann bietet eine klassisch erstellte Balanced Scorecard ca. vier bis sechs Ziele als Ansatzpunkte zur Entwicklung von Alternativen. Die von uns entwickelte Vorgehensweise erlaubt hingegen, beliebig tief in die Zielbeziehungen „hinein zu zoomen“. Die Ziele, die in der Balanced Scorecard Berücksichtigung finden, können als Berge in einer Landschaft verstanden werden. Je nach Detaillierungsgrad des Mittel-Zweck-Netzwerks können dessen Ziele hierbei als Hügel oder Ebenen angesehen werden. Für die Frage, inwiefern eine bestimmte Kennzahl verbessert werden kann, ist es ohne großen Aufwand möglich, einen Teilausschnitt des differenzierten Mittel-Zweck-Netzwerks heranzuziehen. Aufgrund des Novitätsgrads, der differenzierten Fallstudie und der letztlich einfachen Methode wurde das Projekt für das Finale des Practice Award der Decision Analysis Society des Institute for Operations Research and the Management Sciences (INFORMS) im Jahre 2013 nominiert.

    Zu dieser Thematik sind drei Artikel entstanden, die sich an unterschiedliche Zielgruppen wenden. [1] bietet einen guten Einstieg und ist für interessierte Praktiker geschrieben. Hier finden sich auch Handlungsempfehlungen zur eigenständigen Umsetzung. [2] beschäftigt sich mit der theoretisch konzeptionellen Herleitung der Methode. Der Artikel ist so geschrieben, dass ein interessierter Praktiker weitere differenzierte Hinweise zur Methode bekommt. [3] rückt besonders die Fallstudie bei einem mittelständischen Medienunternehmen in den Vordergrund. Hier finden Interessierte die Methode Schritt für Schritt detailliert angewendet. Besonders relevant ist dieser Artikel für alle, die sich mit Medien beschäftigen, da die Ziele von Medienunternehmen grundsätzlich relativ große Schnittmengen aufweisen. Die Unterschiede liegen zumeist hauptsächlich in der Gewichtung eben dieser.