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  • MCI Professor Johannes Siebert erhält renommierten SDP Award

    MCI Professor Johannes Siebert erhält renommierten SDP Award

    Internationale Auszeichnung würdigt herausragende Beiträge in datenbasierter Entscheidungsfindung, Supply Chain Management und gesellschaftlichem Impact  |  Verleihung im Rahmen der 32. SDP Jahreskonferenz an der University of Massachusetts in Boston

    Johannes Siebert, Professor für Entscheidungswissenschaften, Verhaltensökonomie und Supply Chain Management am MCI, wurde mit dem „Inspirational Achievement Award“ der Society for Decision Professionals (SDP) ausgezeichnet. Der international renommierte Preis wurde im Rahmen der 32. SDP Jahreskonferenz an der University of Massachusetts in Boston verliehen, um herausragende Leistungen in der Entscheidungsanalyse sowie besonderes Engagement für die Weiterentwicklung des Fachgebiets zu würdigen.

    Am MCI lehrt und forscht Johannes Siebert im Bereich der Entscheidungsanalyse mit Fokus auf datenbasierte Entscheidungsfindung, Behavioral Economics und Multi-Kriterien-Methoden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Rolle von Künstlicher Intelligenz in Entscheidungsprozessen sowie darauf, Entscheidungsqualität messbar und trainierbar zu machen.

    „Die Entscheidungswissenschaft steht an einem Wendepunkt: Künstliche Intelligenz verändert, wie Entscheidungen getroffen werden – gleichzeitig war die Bedeutung strukturierter, wertebasierter Entscheidungsprozesse nie größer. Diese Auszeichnung motiviert mich sehr, die Weiterentwicklung des Feldes in Forschung, Praxis und Lehre weiter voranzutreiben“, erklärt Johannes Siebert.

    Seine Expertise bringt er regelmäßig in internationalen Praxisprojekten für private und öffentliche Auftraggeber ein, etwa im Energiesektor, im Transportsektor oder in der Pharmaindustrie. Für seine Leistungen wurde er mehrfach für den Practice Award der Decision Analysis Society nominiert. Auch seine exzellente Lehre findet internationale Anerkennung, unter anderem durch eine Finalisten-Nominierung für den hoch angesehenen European Award for Excellence in Teaching in Social Sciences and Humanities.

    MCI Rektor Andreas Altmann gratuliert: „Diese Auszeichnung unterstreicht, wofür das MCI steht: exzellente Forschung, starke Praxisorientierung und die aktive Mitgestaltung zentraler Herausforderungen. Johannes Siebert verkörpert diese Werte in besonderer Weise und stärkt mit seiner internationalen Sichtbarkeit die Position des MCI als führende Hochschule im Bereich Entscheidungswissenschaft und Managementausbildung.“

    Weiterführende Links:

    MCI-Professor Johannes Siebert als Finalist für europäischen Lehrpreis nominiert

    Internationale Anerkennung für MCI-Professor Johannes Siebert

    Best Paper Award – Decision Sciences Journal of Innovative Education

    Think Beyond: Große Ideen beim TEDxInnsbruck

    Klug entscheiden lernen und glücklich werden

    Die originale Pressemitteilung des MCI finden Sie hier: https://www.mci.edu/de/medien/news/7126-mci-professor-johannes-siebert-erhaelt-renommierten-sdp-award

  • Entscheidungen für eine sichere Zukunft: Proaktives Entscheidungsverhalten und das Verhalten bei der finanziellen Altersvorsorge

    Entscheidungen für eine sichere Zukunft: Proaktives Entscheidungsverhalten und das Verhalten bei der finanziellen Altersvorsorge

    Das Verhalten bei der finanziellen Altersvorsorge (engl. Retirement Financial Planning Behavior, RFPB) umfasst die konkreten Handlungen, die Individuen unternehmen, um sich finanziell auf den Ruhestand vorzubereiten. Wir untersuchen RFPB aus der Perspektive des Operational Research (OR) unter Anwendung von Prinzipien der Decision Analysis (DA) – insbesondere der Entscheidungsqualität und des Value-Focused Thinking – operationalisiert durch proaktives Entscheidungsverhalten (Proactive Decision-Making, PDM). Dieses Konzept integriert DA-basierte proaktive kognitive Fähigkeiten (Proactive Cognitive Skills, PCS) mit proaktiven Persönlichkeitseigenschaften, die aus der Organisationsverhaltensforschung stammen.

    Anhand von Querschnittsdaten aus einer Befragung von 457 Erwachsenen im Vereinigten Königreich und mithilfe von Strukturgleichungsmodellen mit systematischen Modellvergleichen und Multigruppenanalysen prüfen wir, ob PDM das RFPB über vier psychologische Merkmale beeinflusst – nämlich (1) Planungstendenz, (2) Vertrauen in die Suche nach Finanzinformationen, (3) Risikobereitschaft bei Investitionen und (4) allgemeine Selbstwirksamkeit – und ob sich diese Zusammenhänge je nach finanzieller Bildung und numerischer Kompetenz unterscheiden.

    Die Ergebnisse zeigen, dass PDM das RFPB vollständig über diese psychologischen Merkmale beeinflusst (vollständige Mediation). Dabei wirken die trainierbaren, DA-basierten PCS als zentraler Mechanismus, während proaktive Persönlichkeitseigenschaften in diesem Zusammenhang keine signifikante Rolle spielen. Das mediierte Modell erklärt 57,1 % der Varianz des RFPB und übertrifft Modelle mit Teilmediation, rein eigenschaftsbasierte Modelle sowie Modelle mit umgekehrter Kausalität.

    Multigruppenanalysen zeigen, dass die indirekte Struktur über Gruppen unterschiedlicher finanzieller Bildung und numerischer Kompetenz hinweg stabil bleibt, wobei sich Hinweise auf eine kompensatorische Rolle der PCS bei geringerer finanzieller Bildung ergeben. Insgesamt verknüpfen die Befunde DA-basierte entscheidungsanalytische Fähigkeiten mit dem Verhalten bei der finanziellen Altersvorsorge.

    Unsere Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von auf PCS fokussierten Trainings zur Förderung entscheidungsanalytischer Kompetenzen als OR-relevanten Ansatz zur Stärkung des RFPB – als Ergänzung zu Programmen zur Förderung finanzieller Bildung und numerischer Fähigkeiten. Darüber hinaus ergänzt die Studie optimierungsorientierte OR-Ansätze zur Altersvorsorgeplanung, indem sie PCS als entscheidungsanalytischen Hebel identifiziert, der das RFPB – die verhaltensmäßige Voraussetzung für die Umsetzung solcher Optimierungsempfehlungen in der Praxis – stärkt.

    Siebert, Jana; Siebert Johannes U., Blösl, Florian; “Deciding for a Secure Tomorrow – Examining Proactive Decision-Making and Retirement Planning Behavior”, European Journal of Operational Research) (in press), https://doi.org/10.1016/j.ejor.2025.10.021

  • Fünfzig Jahre Entscheidungsanalyse in der Operational Research: Ein Überblick

    Fünfzig Jahre Entscheidungsanalyse in der Operational Research: Ein Überblick

    Wir geben einen Überblick über die Entwicklung der Forschung zur Entscheidungsanalyse (DA) in den vergangenen fünfzig Jahren. Nach der Darstellung der axiomatischen Grundlagen und einer Diskussion des DA-Prozesses beginnen wir mit dem wertorientierten Denken als Methode zur Problemstrukturierung. Anschließend analysieren wir die Modellbildungsphase mit Fokus auf grafische Modelle für Entscheidungen unter Unsicherheit, darunter Bayes’sche Netzwerke, Entscheidungsbäume und Einflussdiagramme. Danach wird untersucht, wie die DA-Forschung mit Unsicherheit umgeht, insbesondere in den Bereichen Erhebung, Aggregation und Bewertung. Es folgt eine Erörterung der Sensitivitätsanalyse, die lokale und globale Techniken beschreibt – von der Einweg-Sensitivitätsanalyse bis zum Informationswert. Abschließend wird die Literatur zum Thema Informationsgewinnung betrachtet und die Rolle des Informationswerts in diesem Zusammenhang diskutiert.

    Borgonovo, Emanuele; José, Victor, R. R, Shachter, Ross; Siebert, Johannes U; Ulu, Canan. “Fifty Years of Decision Analysis in Operational Research: A Review” (Invited Review on occasion of the celebration of the 50th Anniversary of EURO (the European association of Operational Research Societies), European Journal of Operational Research) https://doi.org/10.1016/j.ejor.2025.05.023

  • ChatGPT vs. Expert:innen: Kann generative KI hochwertige Zielsysteme für organisationale und politische Entscheidungen entwickeln?

    ChatGPT vs. Expert:innen: Kann generative KI hochwertige Zielsysteme für organisationale und politische Entscheidungen entwickeln?

    Diese Studie untersucht die Leistungsfähigkeit generativer künstlicher Intelligenz (GenAI) im Kontext des Value-Focused Thinking, insbesondere ihre Fähigkeit, hochwertige Zielsysteme für organisationale oder politische Entscheidungen zu entwickeln. Insgesamt zeigen unsere Ergebnisse, dass die von GenAI generierten Ziele einzeln betrachtet meist sinnvoll sind, die resultierenden Zielsysteme als Ganzes jedoch deutliche Schwächen aufweisen. Häufig enthalten sie irrelevante Aspekte, lassen wichtige Ziele aus und sind zudem redundant sowie nicht klar strukturierbar. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass GenAI dazu neigt, Mittelziele einzubeziehen – selbst dann, wenn dies explizit vermieden werden soll.

    Gleichzeitig zeigen wir, dass sich die Qualität der Zielsysteme durch den Einsatz von Best Practices im Prompting sowie durch Expertise in der Entscheidungsanalyse deutlich verbessern lässt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines „Human-in-the-Loop“-Ansatzes: GenAI eignet sich gut zur Generierung erster Zielideen, jedoch ist die Einbindung von Expert:innen mit fundiertem Hintergrund in der Entscheidungsanalyse entscheidend, bevor die Ergebnisse zur Unterstützung realer Entscheidungen verwendet werden.

    Zur praktischen Umsetzung präsentieren und demonstrieren wir einen vierstufigen Ansatz, der die jeweiligen Stärken von GenAI und Entscheidungsanalyst:innen kombiniert.

    Simon, Jay; Siebert, Johannes U. ChatGPT vs. Experts: Can GenAI Develop High Quality Organizational and Policy Objectives? Decision Analysis (in press). https://doi.org/10.1287/deca.2025.0387

  • Lineare Transformation eindimensionaler Nutzenfunktionen: Eine empirische Studie zum Einfluss auf die finale Rangfolge von Alternativen bei persönlichen Entscheidungen

    Lineare Transformation eindimensionaler Nutzenfunktionen: Eine empirische Studie zum Einfluss auf die finale Rangfolge von Alternativen bei persönlichen Entscheidungen

    Die Bestimmung eindimensionaler Nutzenfunktionen für jedes Ziel in der Multiattributiven Nutzentheorie (MAUT) ist für Entscheidungsträger mit erheblichem Zeit- und kognitivem Aufwand verbunden. Dabei müssen sie unter anderem abnehmenden oder zunehmenden Grenznutzen sowie ihre individuelle Risikoeinstellung berücksichtigen, was häufig zu nichtlinearen Funktionsverläufen führt. Diese Einschätzungen sind anfällig für Fehler und Verzerrungen.

    In dieser Studie untersuchen wir, inwieweit eine lineare Transformation eindimensionaler Nutzenfunktionen die Entscheidungsqualität beeinträchtigt. Konkret analysieren wir drei Aspekte: die Verwendung von (nicht-)linearen Nutzenfunktionen, deren Einfluss auf die Rangfolge von Alternativen sowie die Stabilität der besten Alternativen in Abhängigkeit von Nutzenunterschieden unter Annahme linearer Transformation.

    Die Analyse basiert auf 2.536 sorgfältig modellierten persönlichen Entscheidungen, die von Studierenden mithilfe des Entscheidungstools Entscheidungsnavi durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass 95,9 % der Teilnehmenden mindestens eine nichtlineare Nutzenfunktion verwendeten und 76,4 % aller Ziele nichtlinear bewertet wurden. Die Vereinfachung präferenzgerechter Nutzenfunktionen durch Linearisierung führte in 15,5 % der Entscheidungen zu einer Rangumkehr der besten Alternative. Die Menge der drei besten Alternativen veränderte sich in 14 % der Fälle. Gleichzeitig befand sich in 98,8 % der Entscheidungen die beste Alternative weiterhin unter den Top drei bei Annahme linearer Nutzenfunktionen.

    Tönsfeuerborn, Mendy; von Nitzsch, Rüdiger; Siebert, Johannes U. “Do Non-Linear Utility Functions Matter? Analyzing the Impact of Non-Linear Utility Functions on the Final Ranking with the Entscheidungsnavi”, Decision Analysis, 23(1), 46–64. https://doi.org/10.1287/deca.2024.0317

  • Entscheidungswissenschaftler Johannes Siebert: Schule vorbei – und jetzt? Wie junge Menschen den passenden Beruf finden

    Entscheidungswissenschaftler Johannes Siebert: Schule vorbei – und jetzt? Wie junge Menschen den passenden Beruf finden

    Was kommt nach der Schule? Die Berufs- und Studienwahl ist eine der ersten großen Lebensentscheidungen junger Menschen – und oft auch eine der schwersten. Warum sie so viel mehr ist als ein „Pflichtprogramm“ und welche Chancen darin stecken, erklärt Entscheidungswissenschaftler Prof. Johannes Siebert.

    Viele junge Menschen fragen sich zurzeit: „Was mache ich nach der Schule?“ Warum ist diese Entscheidung so wichtig?

    Die Berufs- und Studienwahl ist für viele von ihnen eine der ersten großen Entscheidungen, die sie selbstständig treffen müssen. Sie beeinflusst nicht nur ihre berufliche Laufbahn, sondern auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Zukunftschancen. Kurz: ihr Leben. Es ist zwar oftmals ohne großen bürokratischen Aufwand möglich, die zunächst getroffene Entscheidung für ein Studium oder eine berufliche Ausbildung nachträglich abzuändern. 

    Doch hierbei kommt es, wie Umfragen zeigen, nicht selten zu erheblichen individuellen psychologischen Belastungen der jungen Menschen – ganz abgesehen von gesamtökonomischen Folgen wie einem gesteigerten Fachkräftemangel und einer geringeren volkswirtschaftlichen Produktivität infolge des verspäteten Berufseinstiegs.

    Lesen den vollständigen Artikel hier: https://www.focus.de/familie/ausbildung/entscheidungswissenschaftler-johannes-siebert-schule-vorbei-und-jetzt-wie-junge-menschen-den-passenden-beruf-finden_22435455-3583-4c2a-8981-3b80dd727a0b.html

    Bleiben Sie auf dem Laufenden und verpassen Sie keinen meiner Beiträge auf FOCUS Online. Für spannende Einblicke und aktuelle Diskussionen, folgen Sie mir und vernetzen Sie sich gerne mit mir. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen! https://www.linkedin.com/in/johannes-siebert/

  • Lügen und Manipulation im Netz: Profi zeigt zwei Methoden, wie Sie sich effektiv gegen Fake News wappnen können

    Lügen und Manipulation im Netz: Profi zeigt zwei Methoden, wie Sie sich effektiv gegen Fake News wappnen können

    Fake News werden gezielt verbreitet, um Meinungen und damit auch Wahlen zu manipulieren. Im Kampf gegen ihre öffentliche Wirksamkeit bleiben Faktenchecks allein machtlos. Doch in Verbindung mit weiteren Instrumenten lässt sich die Widerstandskraft gegen Falschbehauptungen dauerhaft stärken.

    Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht”, erklärte der US-amerikanische Präsident Abraham Lincoln vor mehr als 150 Jahren. Auch wenn er den Einfluss von Fake News auf die öffentliche Meinung schon damals lebhaft vor Augen hatte, war er doch zuversichtlich genug zu glauben, dass sich – jedenfalls bei der Mehrheit der Menschen – die Wahrheit am Ende durchsetzen werde. Können wir diesen Optimismus im Zeitalter von manipulationsanfälligen Internet-Medien und ihrer globalen Vernetzung noch teilen?

    Resignation ist, trotz prominenter gegenteiliger Erfahrungen, eindeutig fehl am Platz. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien hat sich in jüngster Zeit mit der Wirkungsweise von Fake News befasst und effektive Gegenmittel entwickelt. Die Ergebnisse geben Anlass zur Besorgnis, aber ebenso zeigen sie: Wir sind der Verführungskraft von Fake News keineswegs wehrlos ausgeliefert. Und möglicherweise kann schon die Lektüre dieses Artikels dazu beitragen, dass Sie in Zukunft bewusster und widerstandsfähiger auf Kampagnen reagieren, die Ihnen etwas weismachen wollen, was Sie von sich aus nie glauben würden.

    Lesen den vollständigen Artikel hier: https://www.focus.de/experts/profi-zeigt-zwei-methoden-wie-sie-sich-effektiv-gegen-fake-news-wappnen-koennen_id_260161530.html

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  • Generation A – Jungen Menschen Entscheidungen erleichtern

    Generation A – Jungen Menschen Entscheidungen erleichtern

    BAYREUTH. Können junge Menschen überhaupt selbst für sich entscheiden – und gut für sich entscheiden? Natürlich, sagt Prof. Johannes Siebert, und hat eine Aufgabe für die Zuhörer: Ein Jugendlicher möchte am Wochenende mit seinen Freunden Computer spielen. „Durchzocken“, nennen es die jungen Leute. Allerdings hat er im vergangenen Jahr nicht die beste schulische Leistung gezeigt – und gerade nach dem Zock-Wochenende läuft eine wichtige Prüfung in Mathematik. Als Eltern erlauben oder nicht? Die Zuhörer sagen eindeutig nein. Was passiert in einer Familie? Die Eltern sagen, wenn Du versprichst, bis zum Zock-Wochenende jeden Tag mindestens zwei Stunden zu pauken, dann erlauben wir es. Aber wer trifft dann die Entscheidung? „Die Eltern“, sagt Siebert. Doch es gebe einen Weg für den jungen Menschen, selbst Kontrolle über die Entscheidung zu bekommen. Er kann selber vorschlagen, bis zum Donnerstag vor dem Zock- Wochenende zu lernen – und sich dann von seinen Eltern abhören zu lassen. Beherrscht er den Stoff, kann er zocken. Wenn nicht – fällt das Zocken aus.

    Johannes Siebert arbeitet am Management Center Innsbruck und ist Privatdozent an der Universität Bayreuth. Er berät das Pentagon und ist Kolumnist für das Magazin „Focus“. An der Bayreuther Uni ist er federführend beim Forschungsprojekt „Klug entscheiden!“. Sich klug zu entscheiden, sagt er, könne das Leben verändern. Deshalb will er die Entscheidungskompetenz von jungen Menschen stärken. Vereinfacht gesagt: Wenn junge Menschen gute Entscheidungen treffen können, können sie auch bessere Entscheidungen bei ihrer Ausbildung treffen. Das führe zu weniger Abbruch von Ausbildungen, Jugendliche scheitern weniger – und werden glücklicher.

    Weniger Handlungsoptionen gewünscht

    Klingt einfach und ist einfacher als gedacht. Das Projekt wird schon in vielen Schulen umgesetzt, in Kulmbach gibt es bald zwei „Leuchtturm-Schulen“. Schüler brechen komplexe Entscheidungen in kleine Teilschritte herunter. Problem: Die Kids würden „bombardiert“ mit Han lungsoptionen – etwa Zehntausende von Studienmöglichkeiten. „Aber wenn die Kompetenz fehlt“, mahnt Siebert, „gehen die ganzen Angebote ins Leere.“ Das Prinzip ist wie beim Online-Schuhhändler Zalando: Je mehr Kriterien man angibt, desto geringer die Auswahl. Bis der richtige Schuh rauskommt……

    Den vollständigen, exzellenten Beitrag von Chefreporter Otto Lapp vom Nordbayerichen Kurier finden Sie hier: https://www.kurier.de/inhalt.generation-a-lost-am-handy-oder-was.210c70c8-81d9-4def-a5a3-b36ea31fb743.html

  • Vom Wunsch zur Wirklichkeit: Glück finden! Wenn Sie 6 Schritte beachten, treffen Sie gute Entscheidungen

    Vom Wunsch zur Wirklichkeit: Glück finden! Wenn Sie 6 Schritte beachten, treffen Sie gute Entscheidungen

    Mit Entscheidungen können wir unser Leben aktiv gestalten ─ beruflich wie privat. Aber wie gelingen uns Entscheidungen, die unser Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit so beeinflussen, wie wir uns dies wünschen? Entscheidungswissenschaftler Johannes Siebert gibt Antworten.

    Oft investieren wir in wichtige Entscheidungen viel Zeit und Energie. Trotzdem kommt es vor, dass wir im Nachhinein mit uns selber unzufrieden sind. Aber wann ist Selbstkritik wirklich gerechtfertigt? Was macht überhaupt eine gute Entscheidung aus?

    Nur wenn wir uns darüber klar sind, wie wir gute Entscheidungen treffen können, sind wir in der Lage, durch eigenes Handeln die eigene Lebenszufriedenheit zu steigern.

    Vorab ein zentraler Punkt: Die Ergebnisse unserer Entscheidungen sind kein Kriterium für deren Qualität. Denn obwohl wir die Zukunft beeinflussen können, liegt es niemals ausschließlich an uns, wie sie sich gestaltet. Immer bleibt ein Rest von Unsicherheit.

    Stellen wir uns vor, wir entscheiden uns für ein Reiseziel, das für weiße Sandstrände und zuverlässig sonniges Wetter in den Sommermonaten bekannt ist. Und dann erleben wir vor Ort heftige Regenschauer, kalten Wind oder ein Tankerunglück, das den Strand verschmutzt.

    Haben wir deshalb eine schlechte Entscheidung getroffen? Nein, denn all dies konnten wir weder vorhersehen noch beeinflussen, als wir die Entscheidung getroffen haben.

    Stattdessen hängt die Qualität unserer Entscheidungen von sechs Elementen ab, die wir weitgehend selbst in der Hand haben und die wie die Glieder einer Kette ineinandergreifen. Dabei gilt: Die Entscheidung kann niemals besser sein als das schwächste Glied der Kette. Es lohnt sich also, eine möglichst hohe Qualität in allen folgenden sechs Elementen anzustreben!

    Lesen den vollständigen Artikel hier: https://www.focus.de/experts/vom-wunsch-zur-wirklichkeit-yes-we-can-mit-diesen-6-schritten-finden-sie-ihr-persoenliches-glueck_id_259842310.html

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  • Trotz Druck von Fans und Medien: Warum Vereine bei Trainerentlassungen zweimal überlegen sollten

    Trotz Druck von Fans und Medien: Warum Vereine bei Trainerentlassungen zweimal überlegen sollten

    Wenn eine Mannschaft im Profifußball nicht die erhofften Ergebnisse erzielt, rufen viele Fans fast schon reflexartig nach einem neuen Trainer. In meinem Beitrag auf Focus Online erläutere ich, warum es oft schlecht wäre, dieser Forderung nachzugeben.

    Eine Mannschaft liegt zurück und benötigt zwei Tore in der letzten Viertelstunde, um das Spiel herumzureißen. In dieser kritischen Situation entscheidet der Trainer, einen Stürmer für einen Verteidiger einzuwechseln. Dieser schießt die zwei herbeigesehnten Tore und die Mannschaft gewinnt. War die Einwechslung des Stürmers eine gute Entscheidung des Trainers? Viele Fans, Kommentatoren und Medien sagen eindeutig „Ja!“. Im Falle einer Niederlage, hätten sie vehement die Entlassung des Trainers gefordert, den sie jetzt für seine taktische Weitsicht feiern. Entscheidungstheoretisch gesehen, ist diese Reaktion – so nachvollziehbar sie auf den ersten Blick sein mag – nicht sinnvoll.

    Deutlich wird das an einem Gegenbeispiel. Angenommen, Dietmar Hamann, der seine aktive Karriere längst beendet hat und als Experte beim Fernsehen arbeitet, ist spielberechtigt und sitzt einsatzbereit auf der Ersatzbank. Vom Trainer wird er eine Viertelstunde vor Spielende eingewechselt, ein Befreiungsschlag des Gegners trifft ihn am Rücken, und der Ball springt ins Tor. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff kommt es zu einer ähnlichen Szene. So erzielt Dietmar Hamann das erlösende Tor. Die Mannschaft ist Sieger. War es eine gute Entscheidung, den „Fußballrentner“ Hamann einzuwechseln? Sicherlich nicht. Vielleicht hätte der Trainer aber auch eine Entscheidung treffen können, deren Siegwahrscheinlichkeit höher ist.

    Bei Bayern München haben Jupp Heynckes und Pep Guardiola früher beispielsweise manchmal als taktische Maßnahme den sehr kopfballstarken Abwehrspieler Daniel von Buyten ins Sturmzentrum beordert, statt ihn durch einen weiteren Stürmer zu ersetzen. Van Buyten hat bis zu zwei Gegenspieler gebunden und dadurch Räume für seine Mitspieler geschaffen. Für solche Maßnahmen werden Trainer weniger von Fans und Medien gefeiert. Der Grund dafür ist, dass das Entscheidungsergebnis nicht unmittelbar in Zusammenhang mit der Entscheidung des Trainers gebracht wird, wie es der Fall wäre, wenn ein Einwechselspieler ein Tor erzielt.

    Lesen den vollständigen Artikel hier: https://www.focus.de/experts/entscheidungsexperte-warnt-warum-vereine-bei-trainerentlassungen-zweimal-ueberlegen-sollten_id_259845761.html

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