Kategorie: Blog

  • Wie werde ich mir darüber klar, ob ich Kinder will?

    Wie werde ich mir darüber klar, ob ich Kinder will?

    Das Ideal einer großen Familie mit Kindern gibt es immer noch. Aber viele Menschen sind heute unsicher, ob sie das wirklich wollen. Sie sind vielleicht in ihren 20ern oder 30ern, ihre Freundinnen und Freunde bekommen gerade Nachwuchs, und sie malen sich aus, wie das wohl ist. Sie beobachten strahlende, aber gestresste Eltern. Und sie selbst haben sich noch nicht zu einer Entscheidung durchgerungen – denn eigentlich sind sie ganz zufrieden damit, wie ihr Leben gerade ist. Gleichzeitig ist da die Angst, etwas zu verpassen. Wie findet man heraus, was richtig ist?

    Über diese Frage haben hat Lisa Breit mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen gesprochen: Johannes Siebert ist Entscheidungsforscher, Melanie Hausler ist Psychologin und Glücksforscherin, und Johannes Frass ist Lebensberater und angehender Psychotherapeut in Wien. Sie erklären, wie man die Entscheidung treffen kann und ob Kinder wirklich glücklicher machen.

    Den Artikel im Standard finden Sie hier: https://www.derstandard.at/story/2000137561015/wie-werde-ich-mir-klar-ob-ich-kinder-will

  • Reduktion des Einflusses von Fake News

    Reduktion des Einflusses von Fake News

    Im Rahmen des Projekts PerFake wird die methodische Reduktion des Einflusses von Fake News erforscht

    Fake News wurden durch die US-Präsidentschaftswahlen 2016 und die Volksabstimmung zum Brexit zu einem globalen Phänomen, insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen soziale Medien unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. Die Verbreitung von Fake News im Internet und deren Folgen werden im Europäischen Parlament intensiv diskutiert. Dennoch gibt es bislang keine Übereinkunft, wie der Einfluss von Fake News vermindert werden soll.

    „Die Problematik von Fake News ist, dass, selbst wenn diese einwandfrei als solche identifiziert werden, immer noch „etwas hängen bleibt“, also die Meinung nachhaltig beeinflusst bleibt“ erklärt Prof. Johannes Siebert, der am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® forscht und unterrichtet. Dieses Phänomen nennt sich „Belief Perseverance Bias“ und erklärt den großen Einfluss von Fake News auf die Meinungsbildung und das Entscheidungsverhalten vieler Menschen. „Es gibt zahlreiche Redaktionen und gemeinnützige Organisationen, die Fake News identifizieren und die Bürgerinnen und Bürger über diese aufklären. Diese sehr aufwendige Arbeit trägt dazu bei, den Einfluss von Fake News zu reduzieren. Diese Faktenchecks können jedoch nur ein erster Schritt sein“ ergänzt Dr. Jana Siebert von der Palacky-Universität Olomouc in Tschechien.

    Die beiden Forschenden haben sich in dem von der Europäischen Union und dem tschechischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport finanzierten Projekt „PerFake“ mit der methodischen Reduktion des Belief Perseverance Bias im Kontext von Fake News beschäftigt. Das Ziel des Projekts war es dazu beizutragen, den negativen Einfluss von Fake News zu reduzieren. Prof. Johannes Siebert und Dr. Jana Siebert haben zwei Methoden zur Reduktion dieses Biases entwickelt und in zwei Experimenten mit zahlreichen Teilnehmer/innen getestet und optimiert. Die Experimente bestanden im Kern aus drei Schritten. Die Teilnehmer/innen (1) wurden mit Fake News konfrontiert, (2) darüber informiert, dass es sich um Fake News handelte, und (3) mit Methoden zur Reduktion des Biases konfrontiert. In jedem Schritt wurde die Meinung der Teilnehmer/innen gemessen, um den Bias festzustellen und die Effektivität der Methoden zur Reduktion dieses Biases zu analysieren.

    Beide getesteten Debiasing-Methoden zeigten vielversprechende Ergebnisse, in dem sie den Belief Perseverance Bias der Teilnehmer/innen reduziert haben. Die Debiasing-Methode „Counter Speech“ setzt darauf, die Fake News durch klare Gegenargumente zu wiederlegen. Die Debiasing-Methode „Awareness Training“ informiert allgemein die Teilnehmenden über die Existenz und Wirkungsweise des Belief Perseverance Biases. Ein solches Awareness Training könnte dazu beitragen, die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Fake News zu erhöhen. Prof. Johannes Siebert erläutert, wie dies in der Praxis funktionieren kann: „Angenommen Sie haben eine Information erhalten, beispielsweise Sie haben eine Rede eines Politikers gehört oder auf Social Media einen Post gelesen. Ein Faktencheck zeigt, dass es sich um eine Falschinformation handelt. Wenn Sie sich der Existenz des Belief Perseverance Biases bewusst sind, sollten Sie erkennen, dass Ihre ursprüngliche Meinung durch die Fake News noch immer negativ beeinflusst sein könnte, und diesen Bias anschließend korrigieren.“ Dr. Jana Siebert ergänzt: „Es wäre daher wünschenswert, die Öffentlichkeit über den Belief Perseverance Bias und seine Funktionsweise aufzuklären. Zum Beispiel könnten Fact-Checking-Organisationen ihre Faktenchecks mit einem Hinweis auf den Belief Perseverance Bias ergänzen. Ein solcher Hinweis könnte die Wirksamkeit des Fakt-Checkings und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Fake News deutlich erhöhen.“

    Quelle: „Reduktion des Einflusses von Fake News“, News des Forschungsschwerpunks Innovation, Entrepreneurship & Marketing am MCI | Die Unternehmerische Hochschule®, 24. Februar 2022 (Link)

  • Faktenchecks können nur ein erster Schritt sein

    Faktenchecks können nur ein erster Schritt sein

    Fake News: Ein globales Phänomen mit negativem Einfluss auf Meinungen. Dagegen setzen sich Professor Johannes Siebert vom MCI und Dr. Jana Siebert von der Palacky University Olomouc mit ihrem Projekt „PerFake“ ein.

    “Falschinformationen waren schon immer ein Teil unserer Gesellschaft”, sagt Johannes Siebert. Durch die Volksabstimmung zum Brexit und die US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde Fake News – “Falschinformation, die bewusst gestreut wird, um Meinungen zu manipulieren”, so der Professor – zu einem globalen Phänomen. Allgegenwärtig. Die Verbreitung von falschen Fakten sei in den letzten Jahren durch digitale soziale Netzwerke begünstigt worden. Insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen, die in ihrer Facebook-Bubble leben, sie unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. 

    Das vollständige Interview finden Sie hier: https://www.unipress.at/wissenschaft/faktenchecks-koennen-nur-ein-erster-schritt-sein/

  • Das Glück der klugen Entscheidung

    Das Glück der klugen Entscheidung

    Die wenigsten Menschen haben gelernt, wie man gute Entscheidungen trifft. Dabei macht die Fähigkeit, ganz bewusst optimale Entscheidungen zu finden, zufriedener im Leben. Im Standard erläutere ich, wie Menschen trainieren können, bessere Entscheidungen zu treffen, und in der Folge zufriedener mit ihrem Leben zu sein.

    Selbstbestimmt zu sein heißt, ständig eigene Entscheidungen zu treffen. Bekanntlich sind das aber nicht immer die richtigen. Nachher ist man meistens schlauer, aber dann auch häufig frustrierter, weil nicht das eingetreten ist, was eigentlich geplant war. Diesen Zusammenhang hat Johannes Siebert vom Management Center Innsbruck (MCI) mit seinem Team in mehreren empirischen Studien belegt: „Wir haben in einem Strukturgleichungsmodell gezeigt, dass, wer höhere proaktive kognitive Fähigkeiten für Entscheidungen hat, in der Folge zufriedener mit seinem Leben ist“, berichtet Siebert. Solche für kluge Entscheidungen im Privatleben oder in der Arbeitswelt notwendigen Fähigkeiten lassen sich durch entsprechende Schulungen verbessern….

    Den vollständigen Artikel von Johannes Lau finden Sie hier.

    Referenzen

    Siebert, Johannes U., Becker, Maxi; Oeser, Nadine. “Making the right career choice: A new educational tool to train decision-making proactivity in high school students” (Decision Sciences Journal for Innovative Education), https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dsji.12280

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of decision training on individuals’ decision-making proactivity”, European Journal of Operational Research, 294 (1) 2021, 264-282 https://doi.org/10.1016/j.ejor.2021.01.010

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction”, European Journal of Operational Research, 280(1) 2020, 1171-1187,  doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.0111

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard. “Developing and Validating the Multidimensional Proactive Decision-Making Scale”. Special Issue „Behavioral Operations Research“ in European Journal of Operational Research, 249(3) 2016, 864-877.dx.doi.org/10.1016/j.ejor.2015.06.066

  • Wie man die besseren Lebensentscheidungen fällt

    Wie man die besseren Lebensentscheidungen fällt

    Kann man lernen, Entscheidungen so zu treffen, dass sie Entwicklungen im Privaten oder in Unternehmen langfristig positiv beeinflussen? Nur wenn die Charaktereigenschaften stimmen, sagt die Forschung.

    „Ein Großteil der Unternehmen trifft extrem schlechte Entscheidungen, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Ziele zu identifizieren“, erklärt Johannes Siebert vom Management Center Innsbruck (MCI). Nur wenn Ziele und Werte des Unternehmens definiert würden, können sie auch systematisch verfolgt werden. Geschieht dies nicht, regiert das Festhalten am Status quo, anstatt Veränderungen proaktiv einzuleiten. Sich richtig zu entscheiden, ist laut Siebert, auch die Grundlage für unternehmerischen Erfolg….

    Artikel Der Presse erläutere ich, wie Menschen Entscheidungen treffen und in der Folge zufriedener mit ihrem Leben sein können. Folgen Sie einfach diesem Link.

    Quellen

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of decision training on individuals’ decision-making proactivity”, European Journal of Operational Research, 294 (1) 2021, 264-282 https://doi.org/10.1016/j.ejor.2021.01.010

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction”, European Journal of Operational Research, 280(1) 2020, 1171-1187,  doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.0111

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard. “Developing and Validating the Multidimensional Proactive Decision-Making Scale”. Special Issue „Behavioral Operations Research“ in European Journal of Operational Research, 249(3) 2016, 864-877.dx.doi.org/10.1016/j.ejor.2015.06.066

  • Klug entscheiden lernen: Studien zeigen Einfluss von Schulungen auf das Entscheidungsverhalten

    Klug entscheiden lernen: Studien zeigen Einfluss von Schulungen auf das Entscheidungsverhalten

    Veröffentlichungen

    Johannes Ulrich Siebert, Reinhard E. Kunz, Philipp Rolf. Effects of decision training on individuals’ decision-making proactivity. European Journal of Operational Research (2021), DOI: https://doi.org/10.1016/j.ejor.2021.01.010

    Johannes Ulrich Siebert, Reinhard E. Kunz, Philipp Rolf: Effects of proactive decision making on life satisfaction. European Journal of Operational Research (2020), 280, 1171-1187. DOI: https://doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.011 

    Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 020/2021 vom 15.02.2021

    Wer in wichtigen privaten und beruflichen Fragen kluge Entscheidungen trifft, erhöht die Chancen auf größere Lebenszufriedenheit. Die dafür erforderlichen kognitiven Fähigkeiten lassen sich durch Schulungen signifikant steigern. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Bayreuth in aktuellen empirischen Studien, die im „European Journal of Operational Research“ erschienen sind. Mehrwöchige Kurse mit Teilnehmer*innen verschiedener Alters- und Berufsgruppen stärkten nachweislich deren Fähigkeit, in schwierigen Entscheidungssituationen eine gut überlegte Wahl zu treffen.

    Sind die kognitiven Fähigkeiten, die ein proaktives kluges Entscheidungsverhalten stärken, zu schwach ausgeprägt, kommt es zu Fehlentscheidungen, genauer: zur Wahl suboptimaler Handlungsoptionen. Nicht selten werden dadurch die Lebensqualität und die Lebenszufriedenheit dauerhaft beeinträchtigt. Schulungen, die sowohl die Vermittlung von Grundlagenwissen als auch praktische Übungen einschließen, können jedoch das Entscheidungsverhalten deutlich verbessern – und zwar genau dadurch, dass sie kognitive Fähigkeiten stärken. Dazu zählen vor allem die Fähigkeiten, Entscheidungssituationen vorausschauend und proaktiv anzugehen, Klarheit über eigene Ziele zu gewinnen, erfolgversprechende Optionen zu identifizieren und durch kluges Abwägen eine bestmögliche Wahl zu treffen. Dies hat ein Forschungsteam der Universität Bayreuth in mehrjährigen Untersuchungen herausgefunden. Daran beteiligt waren PD Dr. Johannes Siebert, Philipp Rolf sowie der ehemalige Juniorprofessor Dr. Reinhard Kunz, der jetzt eine Professur an der Universität zu Köln innehat.

    Schulungsveranstaltungen können allerdings nicht die Charaktereigenschaften verändern, die – neben den kognitiven Fähigkeiten – ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten haben. „Langfristig wirksame Dispositionen, wie etwa das Streben nach Selbstoptimierung oder eine initiativfreudige Einstellung zum Leben, können sich offensichtlich nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate aufgrund von Schulungen herausbilden“, erklärt Siebert, der sich in Bayreuth habilitiert hat und derzeit am Management Center Innsbruck forscht und unterrichtet.

    In einer Vorgängerstudie haben die Bayreuther Wissenschaftler nachweisen können, dass kluges proaktives Entscheidungsverhalten die Lebenszufriedenheit erheblich fördern kann. Entscheidend ist dabei nicht allein die Fähigkeit, vorgegebene Handlungsoptionen umsichtig zu bewerten und gegeneinander abzuwägen, sondern auch die Fähigkeit, selbständig weitere Optionen zu entdecken oder sogar neu zu schaffen. „Unsere Studien zeigen deutlich: Wie sehr wir mit unserem Leben zufrieden sind, hängt keineswegs nur von Gegebenheiten ab, denen wir ausgeliefert sind, ohne sie beeinflussen zu können. Ein proaktives Entscheidungsverhalten hilft uns dabei, neue und bessere Handlungsoptionen zu erschließen und dadurch die eigene Lebensqualität zu stärken. Weil wir die dafür nötigen Fähigkeiten gezielt trainieren können, liegt es auch in unserer Hand, ob wir uns zu zufriedenen Menschen entwickeln“, sagt Philipp Rolf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Produktionswirtschaft und Industriebetriebslehre der Universität Bayreuth.

    Die neuen Erkenntnisse über die Stärkung der für gute Entscheidungen wichtigen kognitiven Eigenschaften sind aus der wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung von drei mehrwöchigen Veranstaltungen hervorgegangen: Ein Online-Kurs zur Qualität von Entscheidungen wurde in Zusammenarbeit mit einer renommierten US-amerikanischen Universität durchgeführt, eine Vorlesung zur Entscheidungstheorie fand an einer Technischen Universität in Deutschland statt, Lehrveranstaltungen am Management Center Innsbruck in Österreich legten einen Schwerpunkt auf die systematische Strukturierung und Lösen von Entscheidungssituationen. Die insgesamt mehr als 1.000 Teilnehmer*innen gehörten unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen an und bildeten so ein breites gesellschaftliches Spektrum ab. „Alle drei Kurse haben die Fähigkeit der Teilnehmenden, durch proaktives und kluges Überlegen zu richtigen Entscheidungen zu gelangen, nachweislich gestärkt – und zwar unabhängig von ihrer Alters- und Geschlechtszugehörigkeit oder ihrer beruflichen Tätigkeit“, sagt Siebert.

    „KLUG entscheiden!“: Ein Schulprojekt in Oberfranken

    Die Ergebnisse der beiden Studien werden auch in das Schulprojekt „KLUG entscheiden!“ einfließen, das vor drei Jahren in Oberfranken und der Oberpfalz gestartet ist. Zahlreiche Schüler*innen wurden in Workshops bereits mit Erfolg dazu angeleitet, nach dem Schulabschluss eine gut begründete und weitsichtige Entscheidung für eine Ausbildung oder für ein Studium zu treffen. Darüber hinaus werden Lehrkräfte mit Grundlagen der Entscheidungstheorie vertraut gemacht und darin ausgebildet, die im Projekt erarbeiteten Inhalte in ihren Unterricht zu integrieren. Das Projekt befasst sich zugleich mit der Frage, wie Schulen ein solches Entscheidungsverhalten fördern können. „Erste Ergebnisse zeigen, dass auch Schülerinnen und Schüler ihre Entscheidungsfähigkeiten trainieren können und in der Folge ihre Berufswahlentscheidungen selbstbewusster angehen. Hieraus ergeben sich sehr interessante neue Ansatzpunkte für die Förderung junger Menschen“, resümiert Siebert. Das Projekt wird von der Rainer Markgraf Stiftung, der Adalbert-Raps-Stiftung und der Oberfrankenstiftung finanziell unterstützt und bis Ende 2021 in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth fortgesetzt.


  • Give yourself a nudge: Wie Sie sich selbst ‚anstupsen‘ können, um systematisch beruflich und privat bessere Entscheidungen zu treffen

    Give yourself a nudge: Wie Sie sich selbst ‚anstupsen‘ können, um systematisch beruflich und privat bessere Entscheidungen zu treffen

    Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 115/2020 vom 21. August 2020

    Entscheidungen sind die einzige Möglichkeit, aktiv auf das, was uns oder unserer Organisation wichtig ist, Einfluss zu nehmen. Alles andere ‚passiert‘. Daher ist es verwunderlich, dass Entscheidende viele Verbesserungspotenziale ungenutzt lassen. Im September-Stadtgespräch werden zahlreiche Tipps gegeben, wie wir systematisch bessere Entscheidungen treffen können und damit das erreichen, was uns wichtig ist. Darüber referiert Prof. (FH) PD Dr. habil. Johannes Siebert vom Management Center Innsbruck.

    • Thema:
      Give yourself a nudge: Wie Sie sich selbst ‚anstupsen‘ können, um systematisch beruflich und privat bessere Entscheidungen zu treffen
    • Referent:
      Prof. (FH) PD Dr. habil. Johannes Siebert, Management Center Innsbruck
    • Datum / Uhrzeit:
      Mittwoch, 2. September 2020, ab 18 Uhr

    Am Mittwoch, 2. September 2020, steht der Referent ab 19.00 Uhr für eine live-Diskussion via Zoom mit Zuschauerinnen und Zuschauern zur Verfügung: https://www.uni-bayreuth.de/de/campusleben/terminkalender/stadtgespraeche

    Zum Vortrag

    „Entscheidungen sind die einzige Möglichkeit, aktiv auf das, was Ihnen oder Ihrer Organisation wichtig ist, Einfluss zu nehmen. Alles andere passiert. Daher ist es verwunderlich, wie viele Verbesserungspotenziale Entscheidende ungenutzt lassen“, sagt der Referent des September-Stadtgesprächs, Prof. (FH) PD Dr. habil. Johannes Siebert vom Management Center Innsbruck. Eine Möglichkeit, dass Menschen bessere Entscheidungen treffen, so Siebert, läge darin, Menschen ‚anzustupsen‘ (engl. nudging). Richard Thaler hat für diesen Ansatz der Verhaltensökonomie 2017 den Wirtschaftsnobelpreis erhalten. Dabei setzten, so Siebert, sogenannte Entscheidungsarchitekten einen Rahmen, damit Menschen vermehrt Entscheidungen träfen, die für sie selber, aber auch für die Gemeinschaft gut seien, wobei die Wahlfreiheit gewährleistet bliebe. „Wenn beispielsweise in einer Cafeteria“, erläutert Siebert, „gesunde Lebensmittel direkt im Eingangsbereich ansprechend präsentiert werden, dann werden in der Regel mehr gesunde Lebensmittel konsumiert. Allerdings ist es nicht immer möglich, dass Sie ein Entscheidungsarchitekt ‚anstupst‘ oder Sie wollen das gar nicht. Im Vortrag zeige ich, wie Sie sich selbst ‚anstupsen‘ können, systematisch bessere Entscheidungen zu treffen, und wie Sie erreichen, was Ihnen wichtig ist. Dazu werde ich zahlreiche, einfach anwendbare Tipps geben, die bei konsequenter Beachtung dazu führen, dass Sie zufriedener mit Ihrem Leben sind.“

    Zum Referenten

    Prof. (FH) PD Dr. habil. Johannes Siebert hat an der Universität Bayreuth BWL studiert (2005 Abschluss als Diplomkaufmann), wurde hier 2010 auch promoviert (Thema ‚Multikriterielles Entscheiden‘) sowie 2015 habilitiert (Thema ‚Behavioral Operations Research and Decision Analysis‘). Seit August 2017 lehrt und forscht Siebert am Management Center Innsbruck in Österreich. Darüber hinaus ist er Privatdozent an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth.

    Der Bayreuther Alumnus gilt als einer der führenden Experten in Bereich ‚Behavioral Operations Research and Decision Making‘: In seinen Forschungen untersucht Siebert menschliches und organisationales Entscheidungsverhalten und entwickelt Methoden für Entscheidungsträger, von Einzelpersonen bis hin zu großen Organisationen, damit diese besser informierte Entscheidungen treffen. Seine Forschungsergebnisse werden in führenden Fachzeitschriften veröffentlicht.

    Siebert verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in der angewandten Entscheidungsforschung. Er hat Forschungs- und Beratungsprojekte für nationale und internationale Auftraggeber aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bearbeitet und geleitet. Beispielsweise hat er Entscheidungsträger im Pentagon (USA) und im kalifornischen Verkehrsministerium sowie Vorstände von großen deutschen Konzernen beraten. In dem Projekt‚ KLUGentscheiden‘ entwickeln er und sein Team Entscheidungstrainings und führen diese mit Schülerinnen und Schülern in Oberfranken und der Oberpfalz in Abschlussklassen durch. Kürzlich wurde der Wissenschaftler in das Beratungsgremium der renommierten ‚Alliance for Decision Education‘ rund um Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman aufgenommen. Prof. (FH) PD Dr. habil. Johannes Siebert wird mit seiner Expertise dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche lernen, abseits vom üblichen ‚Try and Error‘ bewusste und wohlüberlegte Entscheidungen treffen.


  • Internationale Anerkennung für MCI-Professor Johannes Siebert

    Internationale Anerkennung für MCI-Professor Johannes Siebert

    Renommierte Alliance for Decision Education um Nobelpreisträger Daniel Kahneman nimmt Johannes Siebert in Advisory Council auf | Anerkennung für Forschungsleistung im Bereich individuellen und organisatorischen Entscheidungsverhaltens.

    Eine hochrangige Anerkennung ist dieser Tage an der Unternehmerischen Hochschule® bekanntgeworden: Johannes Siebert, Professor am MCI-Department Wirtschaft und Management und international ausgewiesener Experte in der Erforschung individuellen und organisationalen Entscheidungsverhaltens, wurde in das hochkarätig besetzte Beratungsgremium der renommierten Alliance for Decision Education rund um Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman und Richard Thaler aufgenommen. Er wird mit seiner Expertise dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche lernen, abseits vom üblichen „Try & Error“ bewusste und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen.

    Die Aufnahme von Johannes Siebert in das Advisory Council der Alliance for Decision Education trägt dazu bei, die internationale Vernetzung und Sichtbarkeit des MCI weiter zu erhöhen. Workshops zum Thema Entscheiden für Schülerinnen und Schüler, die Johannes Siebert im Rahmen eines Forschungsprojektes für Bayern entwickelt, sollen mittelfristig auch in Tirol und Österreich angeboten werden.

    Das Treffen von Entscheidungen wird von vielen Individuen und Organisationen als komplexe Aufgabe wahrgenommen. Gründe dafür sind, (i) dass das Entscheiden mit einem gewissen kognitiven Aufwand verbunden ist, (ii) die Entscheidungssituationen nicht vollumfänglich verstanden werden oder (iii) schlicht keine Methoden zum Lösen von Entscheidungsproblemen bekannt sind bzw. beherrscht werden.

    Allerdings besteht nur durch das (pro)aktive Treffen von Entscheidungen die Möglichkeit, Einfluss auf das zu nehmen, was wichtig ist. Andernfalls können weder ein einzelner Entscheider noch eine Organisation langfristig ihre Visionen erfolgreich umsetzen. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass viele Individuen und Organisationen nur ein sehr eingeschränktes Interesse an einer proaktiven Entscheidungshandlung haben und oftmals nur über limitierte Fähigkeiten und Kompetenzen im Treffen von Entscheidungen verfügen.

    In der Folge treffen viele Menschen und Organisationen suboptimale Entscheidungen und müssen dann mit den Konsequenzen umgehen. Besonders bedeutend können diese Konsequenzen bei Kindern und Jugendlichen sein und die Betreffenden ein Leben lang begleiten. Beispielsweise kann die schlechte Entscheidung, sich in ein Auto zu setzen, dessen Fahrer entgegen der Absprache doch Alkohol getrunken hat, das Leben eines Menschen nachhaltig zum negativen verändern. Gleiches gilt im Positiven. Junge Menschen können durch ihre Entscheidungen die Grundlage ihres künftigen Lebens legen. In der Schule werden viele entscheidungsrelevante Informationen vermittelt, allerdings wird den Schülerinnen und Schüler nicht aufgezeigt, wie Entscheidungen getroffen werden (sollten). Daher treffen die meisten jungen Menschen Entscheidungen nach dem Try-and Error-Prinzip. Die Alliance for Decision Education setzt genau an dieser Stelle an. Sie ist eine renommierte amerikanische Non-Profit Organisation, mit der Vision, dass bessere Entscheidungen zu besseren Leben und letztlich zu einer besseren Gesellschaft führen. Dafür organisieren sie unterschiedliche Lehrangebote in denen Kinder und Jugendliche lernen, bewusster Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus interagieren sie mit politischen Entscheidungsträgern auf allen Ebenen, um langfristig das Treffen von Entscheidungen im Unterrichtskanon zu verankern. Strategisch begleitet werden diese Vorhaben vom sogenannten Advisory Council der mit führenden Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft in den Themenfeldern Verhaltensökonomik, Entscheidungstheorie, Psychologie, Risikomanagement oder Kinderpsychiatrie besetzt ist. Viele Studierenden in den Feldern der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre kennen beispielsweise sicherlich die Arbeiten von dem Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman oder Paul Slovic.

    Links:
    https://alliancefordecisioneducation.org/learn/about-the-alliance 
    https://alliancefordecisioneducation.org/learn/about-the-alliance/team/johannes-siebert

    Quelle: MCI-News 12. August 2020

  • Die Ziele des Islamischen Staats: Neue Studie zu den Führungspersonen des IS und seinen Anhängern

    Die Ziele des Islamischen Staats: Neue Studie zu den Führungspersonen des IS und seinen Anhängern


    Veröffentlichung

    Siebert, Johannes U.; von Winterfeldt, Detlof; John, Richard. “Identifying and Structuring the Objectives of the “Islamic State of Iraq and the Levant” (ISIL) and its Followers.”Decision Analysis (INFORMS), 13(1), 2016, 26-50,dx.doi.org/10.1287/deca.2015.0324

    Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 221/2015 vom 25. November 2015

    Was will der Islamische Staat? Dr. Johannes Siebert an der Universität Bayreuth und U.S.-amerikanische Wissenschaftler an der University of Southern California (USC) haben die Ziele des IS erstmals systematisch analysiert. Die Studie wurde kürzlich im renommierten INFORMS-Journal „Decision Analysis“ veröffentlicht.

    Dr. Johannes Siebert, Universität Bayreuth. © privat.

    Die entscheidungstheoretische Methodik, die der Studie zugrunde liegt, wurde ursprünglich in den Wirtschaftswissenschaften entwickelt und ist prinzipiell anwendbar auf jedwede Institution, Organisation oder Gruppe und ebenso auf individuelle Personen. Sie arbeitet insbesondere mit wissenschaftlich bewährten Verfahren der Untersuchung schriftlicher Texte und mündlicher Aussagen. Die Autoren haben auf diese Weise verschiedenartige Quellen analysiert:

    Interviews mit 59 Experten aus den folgenden Gebieten: Islamistischer Terror und Dschihad-Bewegungen; Nahostpolitik und internationale Beziehungen; Geschichte, Anthropologie und Soziologie sowie Psychologie des Terrorismus.

    Öffentlich zugängliche Informationsquellen im Internet: Transkriptionen von 12 Reden der prominentesten IS-Führungspersonen; Experteninterviews und Artikel mit Bezug zum IS, die in US-amerikanischen oder in deutschen Medien veröffentlicht wurden.

    Auf dieser Basis haben Dr. Johannes Siebert, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Bayreuth, sowie Prof. Detlof von Winterfeldt und Prof. Richard John an der USC die Ziele der IS-Führung und die Ziele der IS-Anhänger herausgearbeitet und miteinander verglichen.

    Ziele der IS-Führung

    Die IS-Führung verfolgt strategische Ziele, die einerseits stärker religiös, andererseits stärker militärisch ausgerichtet sind. In militärischer Hinsicht will sie im Irak und an der Levante ein Kalifat errichten. Um diese Absicht zu verwirklichen, will sie die bestehenden Regierungen im Irak und an der Levante eliminieren, das eigene Territorium unter Kontrolle halten und stetig ausweiten sowie die Zahl der Kämpfer und Anhänger steigern. Ein weiteres militärisch akzentuiertes Ziel ist die Kontrolle und Regierung dieses Kalifats, das als Islamischer Staat funktionieren und Dienstleistungen für die eigenen Bürger erbringen soll. Die Versorgung mit militärischen und zivilen Gütern soll gesichert, die innere Sicherheit aufrechterhalten und zumindest der Anschein staatlicher Ordnung gewährleistet werden.

    Eindeutig religiös akzentuiert ist hingegen das strategische Ziel von Mitgliedern der IS-Führung, die Stärken und den Ruhm des sunnitischen Islam wiederherzustellen. In dieser Absicht wollen sie im eigenen Herrschaftsgebiet eine reine und strenge Version des Islam verwirklichen, dem Leben der sunnitischen Gläubigen einen Sinn geben, die Sharia mit dem Schwert durchsetzen und als Führer des Islam anerkannt werden. Hieran schließt sich auf der strategischen Ebene ein weiteres religiöses Ziel an: die weltweite Ausbreitung des Islam und der Sharia-Normen. Zu diesem Zweck soll die Welt von anti-islamischen Kräften ‚gereinigt‘ und andere Länder von innen her angegriffen werden. Ausländische Mächte sollen daran gehindert werden, sich politisch und militärisch im Irak und an der Levante einzumischen.

    Vor allem zwei Mittel hält man in der IS-Führung für durchweg geeignet, um auf operativer Ebene diese Ziele durchzusetzen: Ungläubige zu töten, einzuschüchtern und/oder zu bekehren sowie finanzielle Mittel zu generieren.

    Im Spannungsfeld von Territorialkrieg und Religionsexport

    „In den Anfängen des IS standen eher die militärisch ausgerichteten Ziele im Vordergrund, die mit der Einrichtung und Kontrolle eines Kalifats zusammenhingen. Es waren vor allem die früheren militärischen Anführer von Saddam Hussein, die sich hierauf konzentrierten“, erklärt Dr. Johannes Siebert. „Weil der IS sehr stark an der eigenen Staatlichkeit im Nahen Osten interessiert war, schien es zunächst einen klaren Unterschied zu Al-Qaida zu geben. Denn zu den Kernzielen dieser Bewegung zählte schon immer der Angriff auf Menschen und Institutionen im Ausland. Die Attentate von Paris deuten jedoch darauf hin, dass religiös begründete Ziele des IS neuerdings mehr Gewicht bekommen haben – sowohl auf strategischer Ebene als auch bei der Anhängerschaft. Viele IS-Kämpfer aus arabischen Ländern sind offenbar bereit, im Ausland für die weltweite Ausbreitung des Islam und der Sharia zu sterben.“

    Die Autoren der Studie machen darauf aufmerksam, dass die von den IS-Führern verfolgten religiösen und militärischen Ziele nicht selten in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Der religiös motivierte, gewaltsame Kampf für den Export eines ‚reinen‘ Islam in andere Weltregionen könnte zu einer wachsenden Bereitschaft der angegriffenen Staaten führen, den IS auf dessen eigenem Territorium zu bekämpfen. Dieses Territorium besetzt zu halten und zu verteidigen, bindet wiederum Ressourcen, die der IS andererseits benötigen würde, um Attentate im Ausland zu planen und zu finanzieren.   

    Die Ziele der IS-Anhänger

    Innerhalb der Anhängerschaft des IS unterscheiden die Wissenschaftler drei strategische Ziele: humanitäre, religiöse und persönliche Erfüllung. Für allgemeine humanitäre Anliegen – und insbesondere für die der Sunniten – zu streiten, ist eine strategische Dimension, die aus Sicht der Autoren nicht unterschätzt werden sollte. Zahlreiche IS-Anhänger handeln in der Vorstellung, ihr kämpferischer Einsatz diene der (Wieder-)Herstellung und Ausbreitung von Lebensbedingungen, die von sozialer Gerechtigkeit, Ruhe, Sicherheit und Abwesenheit von Unterdrückung geprägt seien. Ein starkes Motiv ist ebenso die religiöse Erfüllung, welche die Anhänger des IS zu finden glauben, indem sie sich für eine ‚reine‘ und strenge Version des Islam einsetzen und ‚für Gott kämpfen‘. Diese religiösen und humanitären Ziele der Anhänger stehen weitgehend im Einklang mit den strategischen Zielen des IS-Führungspersonals.

    Anders verhält es sich mit der persönlichen Erfüllung, die sich viele Anhänger vom Einsatz für den IS versprechen. Einer ‚Bruderschaft von Kämpfern‘ anzugehören, Bürger westlicher Länder und Juden anzugreifen, eigene Gewalttätigkeit und Brutalität auszuleben – mit diesen Absichten ordnen sich IS-Anhänger gut in die strategischen Ziele der IS-Führungsebene ein. Doch ebenso suchen sie persönliche Befriedigung durch Machtgewinn, eine Verbesserung ihrer materiellen Situation und eine steigende Selbstachtung. „Diese Absichten bleiben oftmals unbefriedigt, so dass IS-Anhänger nicht immer die angestrebte persönliche Erfüllung finden. Darum kehren manche jungen Männer aus westlichen Ländern, die sich als Kämpfer dem IS angeschlossen haben, enttäuscht zurück“, erklärt Dr. Johannes Siebert. „Wenn sie über diese Erfahrungen wiederholt öffentlich berichten, könnte dies die Illusionen anderer Jugendlicher, die sich zum IS hingezogen fühlen, möglicherweise dämpfen.“

  • Value focused decision making – How to be successful by thoughtful decision making?

    Value focused decision making – How to be successful by thoughtful decision making?

    Selecting a university, choosing a dissertation topic, pursuing friendships, arranging an internship, finding a place to study abroad, getting a well-paid summer job, and accepting an employment offer. There are numerous decision tasks in a student´s life to be made, which have a significant impact on their personal future. But how to do it properly? Is there a proper way of decision making (with the effect of enhancing the quality of life), or is there a power of thinking without thinking and no need to put much effort into it?

    This marks the beginning of a scientific workshop on decision-making, led by PD Dr. Johannes Siebert (University of Bayreuth) in collaboration with Professor Dr. Ralph L. Keeney (Duke University, USA).

    PD Dr. Johannes Siebert ist „Akademischer Oberrat“ at the Chair of BWL 5, Produktionswirtschaft & Industriebetriebslehre. After graduating with a thesis on multiattribute utility theory, he applied a more qualitative technique. He got in contact with the ideas of Value Focused Thinking and learned from its founder, Prof. Dr. Ralph Keeney. The theory is based on the assumption that actively using a system of values is the key to more and better alternatives for acting, which have the power to lead to more satisfaction than the reactive way of choosing only when forced and only between the obvious choices A or B.

    In cooperation with Prof. Dr. Ralph Keeney, Dr. Siebert successfully verified this hypothesis empirically through a series of experiments, some of which were conducted at the University of Bayreuth. This work led to a publication in a world-class journal. Dr. Siebert did his doctoral dissertation on “Behavioural Operations Research and Decision Analysis” and is now applying for a full professorship.

    Prof. Keeney is an engineer but famous as a research Professor Emeritus of Decision Sciences at the Fuqua School of Business at Duke University. He received his PhD in Operations Research at the world-famous MIT in 1969. His research interests lie in the fields of decision-making and risk analysis, with a particular emphasis on problems that involve multiple objectives. Professor Keeney is the author of several books and highly ranked articles. A current interest concerns distilling the body of knowledge in the decision sciences to provide practical and usable advice that helps people make better decisions.

    You can find the full blog here: https://doi.org/10.58079/v23b