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  • Comparative Analysis of Terrorists’ Objectives Hierarchies

    Comparative Analysis of Terrorists’ Objectives Hierarchies

    Veröffentlichung

    Siebert, Johannes U.; von Winterfeldt, Detlof. „Comparative Analysis of Terrorists’ Objectives Hierarchies“, Decision Analysis (INFORMS) June 2020, 17(2), 97-114, https://doi.org/10.1287/deca.2019.0400

    Um wirksame Strategien zur Terrorismusbekämpfung zu entwickeln, ist es wichtig, die Fähigkeiten und Ziele terroristischer Gruppen zu verstehen. Ein Großteil des Wissens über diese Gruppen stammt aus der nachrichtendienstlichen Erfassung und Analyse ihrer Fähigkeiten. Im Gegensatz dazu sind die Ziele der Terroristen weniger gut bekannt. In diesem Artikel wird eine Methode zur Entscheidungsanalyse beschrieben, mit der die Ziele von Terroristen anhand der Aussagen und Schriften ihrer Anführer ermittelt und strukturiert werden können. Diese Methode wurde in drei Fallstudien angewandt, die zu den drei Zielhierarchien von al-Qaida, dem Islamischen Staat im Irak und in der Levante (ISIL) und der Hisbollah führten.

    In diesem Artikel schlagen wir eine Methode vor, um die drei Zielhierarchien zu vergleichen, ihre Hauptunterschiede hervorzuheben und Schlussfolgerungen über wirksame Strategien zur Terrorismusbekämpfung zu ziehen. Wir stellen fest, dass alle drei Terrorgruppen eine breite Palette von Zielen verfolgen, die weit über das Ziel der Tötung und Terrorisierung von Menschen in der nicht-muslimischen Welt hinausgehen. Zu den gemeinsamen Zielen gehören die Zerstörung Israels und die Vertreibung der westlichen Mächte aus dem Nahen Osten. Alle drei Gruppen haben den Ehrgeiz, eine führende Rolle in der islamischen Welt zu übernehmen. Die wichtigsten Unterschiede sind die territorialen Ambitionen von ISIL und Hisbollah im Gegensatz zu den groß angelegten Angriffszielen von al-Qaida. Die spezifischen Ziele des ISIL sind die Errichtung eines Kalifats im Irak und in Syrien und die Wiederherstellung der Macht des sunnitischen Islam. Die Hisbollah verfolgt einzigartige Ziele im Zusammenhang mit der Errichtung eines palästinensischen Staates und der Aufrechterhaltung der Beziehungen zu Iran und Syrien und deren Unterstützung. Die Ziele von Al-Qaida konzentrieren sich weiterhin auf groß angelegte Anschläge im Westen. Wir stellen außerdem fest, dass sowohl al-Qaida als auch ISIL in jüngster Zeit dazu übergegangen sind, Anschläge kleineren Ausmaßes im Westen zu unterstützen. Unsere Methode kann für den Vergleich von Zielhierarchien verschiedener Organisationen sowie für den Vergleich von Zielhierarchien einer Organisation im Zeitverlauf verwendet werden.

  • Effects of Proactive Decision Making On Life Satisfaction

    Effects of Proactive Decision Making On Life Satisfaction

    Veröffentlichung

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction”, European Journal of Operational Research, 280(1) 2020, 1171-1187,  doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.0111)

    Proaktive Entscheidungsfindung, ein Konzept, das vor kurzem in die verhaltenswissenschaftliche Betriebsforschung und Entscheidungsanalyse eingeführt wurde, befasst sich mit der effektiven Entscheidungsfindung in der Phase der Generierung von Alternativen. Sie wird anhand einer Skala mit sechs Dimensionen gemessen, die in zwei Kategorien unterteilt sind: proaktive Persönlichkeitsmerkmale und proaktive kognitive Fähigkeiten. Die Persönlichkeitsmerkmale beruhen auf theoretischen Konstrukten wie proaktiver Einstellung und proaktivem Verhalten; die kognitiven Fähigkeiten spiegeln Value-focused Thinking und Entscheidungsqualität wider. Diese Eigenschaften und Fähigkeiten wurden zur Erklärung der Entscheidungszufriedenheit herangezogen, obwohl ihre Antezedenzien und andere Konsequenzen noch nicht Gegenstand strenger Hypothesen und Tests waren.

    In diesem Beitrag wird die proaktive Entscheidungsfindung in ein Modell mit drei möglichen Konsequenzen eingebettet. Wir betrachten – und testen empirisch – Entscheidungszufriedenheit, allgemeine Selbstwirksamkeit und Lebenszufriedenheit, indem wir drei Studien mit 1.300 Teilnehmern durchführen. Mit Hilfe der Strukturgleichungsmodellierung können wir zeigen, dass proaktive Entscheidungsfindung zur Lebenszufriedenheit beiträgt, was durch allgemeine Selbstwirksamkeit und Entscheidungszufriedenheit vermittelt wird. Proaktive Entscheidungsfindung fördert also den Glauben an die eigenen Fähigkeiten und erhöht die Zufriedenheit mit den eigenen Entscheidungen und mit dem Leben im Allgemeinen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich lohnt, Menschen dabei zu helfen, ihre proaktive Entscheidungsfindung zu verbessern.

    Der Nachweis der positiven Auswirkungen proaktiver Entscheidungsfindung auf individueller Ebene unterstreicht, wie wichtig die Phase der Generierung von Alternativen ist, und er unterstreicht auch den Nutzen der Anwendung von Prinzipien der „Entscheidungsqualität“ und des proaktiven Handelns in dieser Phase. Die hier vorgestellten Ergebnisse bestätigen somit die Relevanz von OR und von entscheidungsanalytischen Prinzipien für das Leben der Menschen.

  • Entwicklung des Entscheidungsunterstützungstool “Entscheidungsnavi”

    Entwicklung des Entscheidungsunterstützungstool “Entscheidungsnavi”

    Veröffentlichungen

    von Nitzsch Rüdiger, Tönsfeuerborn Mendy., Siebert Johannes U. (2020) Decision Skill Training with the Entscheidungsnavi. In: de Almeida A.T., Morais D.C. (eds) Innovation for Systems Information and Decision. INSID 2020. Lecture Notes in Business Information Processing, vol 405. Springer, Cham. https://doi.org/10.1007/978-3-030-64399-7_2

    Siebert, Johannes; Rüdiger von Nitzsch. “Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine entscheidungstheoretische Anwendung – Teil 1: Problemstrukturierung in Ziele, Alternativen und Unsicherheiten“, DOI: 10.15358/0340-1650-2018-8, Wissenschaftliche Beiträge, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Oktober 2018, 47(10), 4-11

    Rüdiger von Nitzsch; Siebert, Johannes. „Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine entscheidungstheoretische Anwendung – Teil 2: Ermittlung der besten Alternative mit dem ENTSCHEIDUNGSNAVI“, DOI: 10.15358/0340-1650-2018-8, Wissenschaftliche Beiträge, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, November 2018, 47(11), 4-11

    Rüdiger von Nitzsch; Siebert, Johannes. „Systematische Entscheidungshilfe durch das ENTSCHEIDUNGSNAVI: Hintergründe und Erläuterungen

    Um die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse möglichst vielen Individuen und Organisationen zugänglich zu machen, entwickele ich in Zusammenarbeit mit Kollege von Nitzsch (RWTH Aachen) ein webbasiertes multikriterielles Entscheidungsunterstützungstool (www.entscheidungsnavi.de, mehr zum Gesamtprojekt: www.proaktiv-entscheiden.de). Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die Anwender insbesondere auch in der Phase der Problemstrukturierung unterstützt werden. Aus Forschersicht ist dieses Tool sehr interessant, weil die Auswertung der anonymisierten und von den Anwendern strukturierten Entscheidungssituationen sehr interessante Einblicke in das menschliche und organisationale Entscheidungsverhalten bietet

  • Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine Entscheidungstheoretische Anwendung

    Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine Entscheidungstheoretische Anwendung

    Veröffentlichung

    Siebert, Johannes U.; Rüdiger von Nitzsch. “Das Jobauswahlproblem für Berufseinsteiger: Eine entscheidungstheoretische Anwendung – Teil 1: Problemstrukturierung in Ziele, Alternativen und Unsicherheiten“, Wissenschaftliche Beiträge, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, Oktober 2018, 47(10), 4-11

    Dieser Beitrag beschreibt eine praxisnahe Anwendung der Entscheidungstheorie in zwei Teilen. In diesem ersten Teil wird gezeigt, wie wichtig eine gute Strukturierung der Entscheidungssituation in Ziele, Alternativen und Unsicherheiten ist und wie man in diesem Schritt unter Zuhilfenahme eines Entscheidungsanalysten am besten vorgeht. Erst in einem hierauf aufbauenden zweiten Teil wird dann vorgestellt werden, wie mit einer Quantifizierung der notwendigen Parameter die beste Handlungsalternative identifiziert werden kann.

  • Entwicklung methodenbasierter produktionslogistischer Wertschöpfungsprozesse, ein Entscheidungsunterstützungskonzept zur Effizienzsteigerung in Oberfränkischen Kmu

    Entwicklung methodenbasierter produktionslogistischer Wertschöpfungsprozesse, ein Entscheidungsunterstützungskonzept zur Effizienzsteigerung in Oberfränkischen Kmu

    Durch die veränderten Rahmenbedingungen und Kundenanforderungen wie z.B. kürzere Lieferzeiten und steigende Liefertermintreue sehen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Oberfranken zunehmend mit einer Steigerung der Logistikleistung und Senkung der Logistikkosten konfrontiert. Die Logistik, insbesondere die Produktionslogistik, bildet gerade diesbezüglich für diese Unternehmen eine wichtige Basis Wettbewerbs- und Kostenvorteile zu generieren und gewinnt zunehmend an Bedeutung.

    In diesem Zusammenhang stellen sich jedoch viele KMU die Frage, wie sich die relevanten Potenziale zur Generierung der Wettbewerbs- und Kostenvorteile in der Produktionslogistik erfassen, bewerten und heben lassen. Das Heben der ermittelten Potentiale ist im Allgemeinen durch das Ableiten von konkreten Optimierungsmaßnahmen möglich. Jedoch ist das Ableiten dieser Maßnahmen in vielen Fällen schwierig und es besteht ein Defizit hinsichtlich eines methodisch strukturierten und systematischen Entscheidungsprozesses.

    Der Entscheidungsprozess in KMU ist häufig durch einen Systembruch zwischen der Analyse- und Entscheidungsphase charakterisiert (vgl. Abbildung ). Die Folge ist, dass die Erfassung und Bewertung der Ist-Situation nur unzureichend oder überhaupt nicht in der Entscheidungsphase berücksichtigt wird und die Entscheidungsfindung weder auf der Analysephase aufbaut, noch auf Basis einer adäquate Zieldefinition erfolgt. Ergebnis hierbei sind realisierte Optimierungsmaßnahmen (z. B. Maßnahmen aus dem Bereich des Lean-Management), die keinen oder nur einen eingeschränkten Beitrag zur Erreichung der definierten Ziele leisten und unter Umständen an einer anderen Stelle im produktionslogistischen Gesamtsystem zu einer Verschlechterung führen.

    Das Ziel des Projektes „empower“ ist es daher, ein interdisziplinäres Konzept zur methodischen Entscheidungsunterstützung bei der Auswahl von alternativen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung produktionslogistischer Prozesse in oberfränkischen KMU zu entwickeln. Das Konzept ist die Grundlage für die Entwicklung einer Softwareanwendung, mit deren Hilfe der Entscheidungsprozess ganzheitlich unterstützt wird. (© und weitere Informationen: https://empower.fh-rosenheim.de/)

    Prof. Siebert hat in diesem Projekt die Identifikation und Strukturierung der Ziele federführend koordiniert. Dabei hat er die Prinzipien proaktiven Entscheidens angewandt. Eine Übersicht über relevante Ziele in der Produktionslogistik findet sich nachfolgend.

  • Entwicklung von mehr und besseren Alternativen

    Entwicklung von mehr und besseren Alternativen

    Veröffentlichungen

    Siebert, Johannes; Keeney, Ralph L. “Creating More and Better Alternatives for Decisions Using Objectives”. Operations Research, September/October 2015, 63(5), 1144-1158.

    Siebert, Johannes. “Can Novices Create Alternatives of the Same Quality as Experts?”,  Decision Analysis (INFORMS) 2016, 13(4), 278-291

    Mit einer Serie von fünf Experimenten konnten Kollege Keeney (Duke University) und ich zeigen, dass Entscheidungsträger sich nur eingeschränkt ihrer relevanten Alternativen bewusst sind. Dieses hat erhebliche Konsequenzen. Denn so trivial es auch klingt: Eine Alternative kann nur gewählt werden, wenn sie im Vorfeld identifiziert wurde. Der systematische Einsatz von Zielen als Stimulus erlaubt es, mehr und bessere Alternativen zu identifizieren.

  • Can Novices Create Alternatives of The Same Quality as Experts?

    Can Novices Create Alternatives of The Same Quality as Experts?

    Veröffentlichung

    Siebert, Johannes U. “Can Novices Create Alternatives of the Same Quality as Experts?”, Decision Analysis (INFORMS) 2016, 13(4), 278-291, https://doi.org/10.1287/deca.2016.0339

    Die Qualität der Alternativen ist entscheidend, um gute Entscheidungen zu treffen. Der Prozess der Generierung qualitativ hochwertiger Alternativen kann verbessert werden, indem die Ziele der Entscheidungsträger als Anhaltspunkte verwendet werden.

    Dieser Beitrag untersucht empirisch die Auswirkungen und den Zusammenhang von Erfahrung und Zielvorgaben auf die Fähigkeit der Entscheidungsträger, Alternativen für eine wichtige Entscheidung zu entwickeln. Die Studie bestätigt mit hoher Signifikanz, dass sowohl Erfahrung als auch Zielvorgaben die Qualität von Alternativen verbessern. Wir können zeigen, dass alle Teilnehmer, unabhängig von ihrer Erfahrung, die Qualität ihrer Alternativen verbessern, wenn sie mit Zielen aufgefordert werden; d.h. die Beziehung zwischen der Aufforderung mit Zielen und der Qualität der Alternativen wird nicht durch Erfahrung moderiert. Im Gegensatz zum Sammeln von Erfahrung kann das Auffordern eines Teilnehmers mit Zielvorgaben sofort und ohne lange Lernphase genutzt werden und ist in der Lage, Erfahrung in bestimmten Entscheidungskontexten zu ersetzen.

    Darüber hinaus analysieren wir, wie sich die Aufforderung mit Zielvorgaben auf die Bildung von Alternativen auswirkt. Wir finden Hinweise darauf, dass der Zusammenhang zwischen der Vorgabe von Zielen und der Qualität der Alternativen teilweise durch die Anzahl der bei der Erstellung der Alternativen berücksichtigten Ziele vermittelt wird.

  • Identifikation der strategischen Ziele des Kalifornischen Verkehrsministeriums

    Identifikation der strategischen Ziele des Kalifornischen Verkehrsministeriums

    Das kalifornische Verkehrsministerium (California Department of Transportation) hat in einem Vierjahreszeitraum ein Budget in Höhe von ca. 10 Mrd. US$ für die Instandsetzung der Infrastruktur der Autobahnen und Autobahnbrücken in Kalifornien zur Verfügung. Dieses Budget reicht jedoch nicht dazu aus, alle beantragten Maßnahmen umzusetzen. Daher ist eine Auswahl an Maßnahmen, die durchgeführt werden sollen, zu treffen. Dies ist unter anderem schwierig, da beispielsweise die jeweiligen Vertreter der unterschiedlichen kalifornischen Distrikte möglichst viele Instandsetzungsmaßnahmen in ihrem eigenen Verwaltungsgebiet fordern, um die Infrastruktur in ihrem Distrikt zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen und um letztlich wieder gewählt zu werden. Ähnliche Problematiken, beispielsweise bei der Vergabe von Mitteln zum Breitbandausbau, sind auch in Deutschland nur allzu gut bekannt. Zur transparenten Bewertung und folgerichtigen Auswahl bedarf es hierbei klarer und präziser Bewertungskriterien.



    Prof. Ralph Keeney und Prof. Johannes Siebert haben im Herbst 2014 das kalifornische Verkehrsministerium bei dieser Auswahlentscheidung unterstützt. Im ersten Schritt wurden Einzel- und Gruppeninterviews mit Entscheidungsträgern des kalifornischen Verkehrsministeriums geführt, um relevante Werte und Ziele zu identifizieren. Im zweiten Schritt wurden die Ziele strukturiert und dabei insbesondere die strategischen Ziele herausgearbeitet. Im dritten Schritt wurden die Ziele operationalisiert, also messbar gemacht. Auf Basis dieser Grundlage kann das kalifornische Verkehrsministerium alle Maßnahmen transparent und nachvollziehbar bewerten und eine passende Entscheidung über deren Auswahl treffen.

  • A Media-Specific Balanced Scorecard Based on Value-Focused Thinking

    A Media-Specific Balanced Scorecard Based on Value-Focused Thinking

    Veröffentlichung

    Kunz, Reinhard; Siebert, Johannes U.; Mütterlein, Joschka. „A Media-Specific Balanced Scorecard Based on Value-Focused Thinking“, Journal of Media Business Studies, 13(4), 2016, 257-275. http://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/16522354.2016.1220114

    Zielsetzungen sind für das strategische Management von grundlegender Bedeutung. Es gibt zwar Untersuchungen über die Ziele von Medienunternehmen, aber wir wissen nur wenig über die Beziehungen zwischen ihnen. Um die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben, haben wir die Ziele eines Medienunternehmens mit Hilfe des wertorientierten Denkens untersucht und die Balanced Scorecard als Rahmen verwendet, um ihre Beziehungen aufzuzeigen.

    In Interviews mit 23 Managern und Mitarbeitern eines deutschen mittelständischen Lokalzeitungsunternehmens fanden wir 698 verschiedene Ziele und 1009 Beziehungen. Indem wir uns auf die wichtigsten Ziele konzentrierten, leiteten wir eine Balanced Scorecard mit 33 Zielen und 65 Beziehungen ab, die in sieben Perspektiven organisiert waren. Die Ergebnisse wurden dann in einer zweiten Fallstudie über eine tschechische nationale Mediengruppe validiert.

  • Combining Value‐Focused Thinking and Balanced Scorecard to Improve Decision‐Making in Strategic Management

    Combining Value‐Focused Thinking and Balanced Scorecard to Improve Decision‐Making in Strategic Management

    Veröffentlichung

    Kunz, Reinhard; Siebert, Johannes U.; Mütterlein. “Combining Value-Focused Thinking and Balanced Scorecard to Improve Decision-Making in Strategic Management”, Journal of Multi-Criteria Decision Analysis, September-December, 2016, 225-241DOI: 10.1002/mcda.1572

    Zielorientierung ist der Schlüssel zum strategischen Management. In diesem Bereich ist die Balanced Scorecard eines der am häufigsten verwendeten Managementinstrumente. Sie strukturiert die Hauptziele eines Unternehmens aus verschiedenen Blickwinkeln auf der Grundlage der Unternehmensstrategie und verwendet Leistungsindikatoren, um die Erreichung der Ziele und der Strategie zu messen. Die Methode, mit der sie erstellt wurde, ist jedoch theoretisch nicht fundiert. Value-focused Thinking ist eine Entscheidungsphilosophie, die perfekt zur Erstellung der Balanced Scorecard passt. Sie stellt Methoden und Techniken zur Identifizierung und Strukturierung von Zielen zur Verfügung, die geeignet sind, eine Scorecard systematisch aus einem Mittel-Weg-Netz abzuleiten. Allerdings ist ein solches Mittel-Weg-Netz oft zu komplex für den dauerhaften Einsatz im strategischen Management. Durch die Anpassung der Struktur des Netzes an das Layout der Balanced Scorecard dient die fundierte und übersichtliche Menge der abgeleiteten Ziele und ihrer Messgrößen als sinnvolle Grundlage für die Anwendung von Methoden der multikriteriellen Entscheidungsfindung in einer Organisation.


    Ziel dieser Arbeit war es, ein Verfahren zu skizzieren, das die Balanced Scorecard und das Value-focused Thinking zusammenführt, indem es die Stärken der beiden Konzepte bewahrt und ihre Schwächen eliminiert. Es wurde ein sechsstufiger Prozess theoretisch entwickelt und in einer Fallstudie empirisch angewandt. Dieser Prozess umfasste (1) die Identifizierung von Zielen; (2) die Strukturierung von Zielen; (3) die Charakterisierung von Zielclustern; (4) die Formulierung von Mission, Vision und Strategie; (5) die Gestaltung der Scorecard; und (6) die Überwachung und Anpassung an Veränderungen. Auf der Grundlage dieses Ansatzes wurde eine Management-Scorecard erstellt, die die Strategieentwicklung und -umsetzung ermöglicht, ein klares und umfassendes Mittel-Zweck-Netz darstellt und die wichtigsten Ziele eines Unternehmens und ihre Beziehungen durch Perspektiven visualisiert, die grob an die Balanced Scorecard angelehnt sind. Es dient als Grundlage für die Forschung zur Verallgemeinerung und zum Vergleich von Erkenntnissen über Ziele von Organisationen. Unser Vorgehen zeigt, wie wissenschaftliche Methoden wie Value-focused Thinking den Instrumenten der Praktiker wie der Balanced Scorecard zugute kommen können und wie Management-Tools die wissenschaftlichen Methoden ebenfalls verbessern können.