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  • Applying Decision Analysis to Diverse Domains: An Introduction to the Special Issue

    Applying Decision Analysis to Diverse Domains: An Introduction to the Special Issue

    Die Entscheidungsanalyse floriert in der Operations Research Community

    Die Entscheidungsanalyse (DA) ist eines der wichtigsten Instrumente des Operations Research (OR). Die DA ist besonders effektiv bei der Abbildung der realen Welt auf die Modelldarstellung, um die Anwendung formaler Analysen zu ermöglichen. Die DA ist ein flexibles Modellierungsparadigma, das seit den 1960er Jahren existiert und auf der statistischen Entscheidungstheorie, Elementen des Nutzens aus der Wirtschaftswissenschaft, der Wahrscheinlichkeitstheorie, der dynamischen Programmierung und der stochastischen Programmierung basiert. Sie zielt darauf ab, eine optimale Vorgehensweise für Entscheidungsprobleme mit Unsicherheiten, die sich auf Ergebnisse und Werte auswirken, zu ermitteln. Optimal bedeutet hier Maximierung des erwarteten Nutzens, was nach der Entscheidungstheorie gleichbedeutend ist mit der Befolgung der Axiome der Rationalität bei einer Reihe von Überzeugungen.
    Artikel über DA sind mit einiger Regelmäßigkeit in Interfaces (dem Vorgänger des INFORMS Journal on Applied Analytics (IJAA)) erschienen, wobei sich frühe Anwendungen auf die Politik und spätere auf die Forschung und Entwicklung von Konsumgütern, Pharmazeutika sowie Öl und Gas konzentrierten, was ganz natürlich ist, weil es bei diesen Anwendungen unterschiedliche Entscheidungspunkte gibt, an denen Investitionen fortgesetzt oder gestoppt werden (was die Bedeutung der lateinischen Wurzel decidere ist). In einer Sonderausgabe von Interfaces aus dem Jahr 1992 mit dem Titel „Decision and Risk Analysis“ (Entscheidungs- und Risikoanalyse) wurden Anwendungen vorgestellt, die umfangreiche Darstellungen von Entscheidungsproblemen verwenden, wie z. B. Einflussdiagramme als Abstraktion des Entscheidungsbaums, Strategietabellen zur Definition komplexer Handlungsoptionen und praktische Techniken, die Value-focused Thinking und Wertehierarchien zur Umsetzung der Multiattribut-Nutzentheorie beinhalten.
    All diese Entwicklungen tragen dazu bei, das Wissen und die Anliegen der Problemverantwortlichen durch Modellspezifikation und Urteilserhebung zu erfassen. Darüber hinaus bilden DA-Modelle oft eine Schnittstelle zu separaten, anspruchsvollen technischen oder finanziellen Modellen oder sind diesen untergeordnet. Und DA-Darstellungen helfen dabei, die Implikationen von Modellen zu kommunizieren, z. B. durch Tornado-Diagramme, Portfoliodiagramme, kumulative Verteilungen und Risikoprofile.

    In den letzten Jahren wurde die DA um anspruchsvolle Berechnungsfunktionen erweitert. Obwohl sich bis heute viele DA-Anwendungen letztlich auf die Berechnung von Entscheidungsbäumen oder Ähnlichem beschränken, hat sich die Software verbessert und umfasst nun eine modulare grafische Entwicklung mit Schnittstellen zu Tabellenkalkulationen und Programmierumgebungen wie R und Python. Auch die mit der DA verbundene Theorie entwickelt sich weiter, z. B. die Gruppenentscheidungstheorie und die Erweiterung der Nutzentheorie auf Mehrparteien-Situationen, in denen Überlegungen wie Gerechtigkeit wichtig sind. Es gibt eine beträchtliche Menge an angrenzenden computerintensiven Arbeiten zu Bayes-Netzen, maschinellem Lernen und Inferenz. Die Wissenschaft der Datenerhebung hat sich exponentiell weiterentwickelt, angefangen bei einem besseren Verständnis von Urteilsverzerrungen, der Weisheit der Massen und anderen Möglichkeiten, die Urteile mehrerer Experten zu kombinieren, bis hin zu einer zunehmenden mathematischen und rechnerischen Raffinesse, die in jüngster Zeit mit Copulas zur Darstellung von Korrelationen unterschiedlicher Art zwischen Variablen vorangetrieben wurde. Wie in dieser Ausgabe zu sehen ist, wird die DA zunehmend mit anderen OR-Techniken verknüpft, wie z. B. der mathematischen Programmierung für Portfolio-DA, was zu Innovationen in Wissenschaft und Praxis führt. Somit ist DA ein spannendes Gebiet, das für die Leser der IJAA nicht nur aufgrund seiner eigenen Vorzüge von Interesse ist, sondern auch als ein Gebiet, das einen Mehrwert für andere Bereiche des OR darstellen kann.

    Saurabh Bansal, Jeffrey M. Keisler, Johannes U. Siebert, Karen E. Jenni (2023) Applying Decision Analysis to Diverse Domains: An Introduction to the Special Issue. INFORMS Journal on Applied Analytics 53(3):173-177. https://doi.org/10.1287/inte.2023.1163



  • Über eine im wahrsten Sinne des Wortes lebensverändernde Entscheidung: Kinder ja oder nein?

    Über eine im wahrsten Sinne des Wortes lebensverändernde Entscheidung: Kinder ja oder nein?

    Die Entscheidung, inwieweit man Kinder haben möchte, hat erhebliche Konsequenzen für den einzelnen, das Paar und die Familie. Daher sollte man sich intensiv mit dieser Entscheidung auseinandersetzen. In der Sonntagsausgabe von Die Presse gebe ich einige Hinweise für diese spezielle Entscheidung. Den lesenswerten Artikel von Frau Gabriel finden Sie hier: https://www.diepresse.com/6238448/kinderfrei-leben-ohne-reue

    Wer sich noch mehr für die Thematik interessiert, findet in diesem kostenlosen MOOC Smart Entscheiden (https://imoox.at/course/smartentscheiden).

    Wer sich noch mehr für die Entscheidung interessiert, inwieweit man Kinder haben möchte, findet weiteren Input in einem Interview im Standard aus dem August 2022. Den Artikel finden Sie hier: https://www.derstandard.at/story/2000137561015/wie-werde-ich-mir-klar-ob-ich-kinder-will

    Weitere Zeitungsbeiträge und Informationen zu meinen Forschungsinitiativen, Beratungsprojekten und meiner Person finden Sie auf meiner Website in den entsprechenden Kategorien,

  • Bekämpfung von Desinformation und Fake News

    Bekämpfung von Desinformation und Fake News

    Neue Methoden zur effektiven Minderung des Einflusses von Desinformation und Fake News auf die Meinungsbildung

    Die Recherchen um das Team Jorge, das mithilfe von Desinformationkampagnen demokratische Strukturen aushebelt, zeigt den unheilvollen Einfluss von Desinformation und Fake News auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Desinformation und Fake News wurden bereits durch die US-Präsidentschaftswahlen 2016 und die Volksabstimmung zum Brexit zu einem globalen Phänomen, insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen soziale Medien unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (z.B. Chat GPT) in der Generierung und Verbreitung von Desinformation und Fake News potenziert deren Einfluss zukünftig. Die Verbreitung von Desinformation und Fake News im Internet und deren Folgen werden im Europäischen Parlament intensiv diskutiert. Dennoch gibt es bislang keine Übereinkunft, wie der Einfluss von Desinformation und Fake News vermindert werden soll.

    „Die Problematik von Desinformation und Fake News ist, dass, selbst wenn diese einwandfrei als solche identifiziert werden, immer noch ‚etwas hängen bleibt‘, also die Meinung nachhaltig beeinflusst“ erklärt Prof. Johannes Siebert, der am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® forscht und unterrichtet. Dieses Phänomen nennt sich „Belief Perseverance Bias“ und erklärt den großen Einfluss von Desinformation und Fake News auf die Meinungsbildung und das Entscheidungsverhalten vieler Menschen. „Es gibt zahlreiche Redaktionen und gemeinnützige Organisationen, die Desinformation und Fake News identifizieren und die Bürgerinnen und Bürger über diese aufklären. Diese sehr aufwendige Arbeit trägt dazu bei, den Einfluss von Desinformation und Fake News zu reduzieren. Diese Faktenchecks können jedoch nur ein erster Schritt sein“ ergänzt Dr. Jana Siebert.

    Die beiden Forschenden haben sich in dem von der Europäischen Union und dem tschechischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport finanzierten Projekt „PerFake“ mit der methodischen Reduktion des Belief Perseverance Bias im Kontext von Desinformation und Fake News beschäftigt. Das Ziel des Projekts war es dazu beizutragen, den negativen Einfluss von Desinformation und Fake News zu reduzieren. Prof. Johannes Siebert und Dr. Jana Siebert haben zwei Methoden zur Reduktion dieses Biases entwickelt und in zwei Experimenten mit zahlreichen Teilnehmenden getestet und optimiert. Die ersten Ergebnisse und Schlussfolgerungen wurden in der Zeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.

    Beide getesteten Debiasing-Methoden zeigten vielversprechende Ergebnisse, in dem sie den Belief Perseverance Bias der Teilnehmenden reduziert haben. Die Debiasing-Methode „Counter Speech“ setzt darauf, die Desinformation und Fake News durch klare Gegenargumente zu widerlegen. Die Debiasing-Methode „Awareness Training“ informiert allgemein die Teilnehmenden über die Existenz und Wirkungsweise des Belief Perseverance Biases. Ein solches Awareness Training könnte dazu beitragen, die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Desinformation und Fake News zu erhöhen. Prof. Johannes Siebert erläutert, wie dies in der Praxis funktionieren kann: „Angenommen Sie haben eine Information erhalten, beispielsweise Sie haben eine Rede eines Politikers gehört oder auf Social Media einen Post gelesen. Ein Faktencheck zeigt, dass es sich um eine Desinformation handelt. Wenn Sie sich der Existenz des Belief Perseverance Biases bewusst sind, sollten Sie erkennen, dass Ihre ursprüngliche Meinung durch die Desinformation noch immer negativ beeinflusst sein könnte, und diesen Bias anschließend korrigieren.“ Dr. Jana Siebert ergänzt: „Es wäre daher wünschenswert, die Öffentlichkeit über den Belief Perseverance Bias und seine Funktionsweise aufzuklären. Zum Beispiel könnten Fact-Checking-Organisationen ihre Faktenchecks mit einem Hinweis auf den Belief Perseverance Bias ergänzen. Ein solcher Hinweis könnte die Wirksamkeit des Fakt-Checkings und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Desinformation und Fake News deutlich erhöhen.“

    Siehe auch: https://www.mci.edu/de/news-filter/forschung/4844-bekaempfung-von-desinformation-und-fake-news

    Quelle:

    Siebert, J., & Siebert, J. U. (2023). Effective mitigation of the belief perseverance bias after the retraction of misinformation: Awareness training and counter-speech. PLoS ONE 18(3): e0282202. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0282202

  • Wie das Schreiben der Masterarbeit gelingt

    Wie das Schreiben der Masterarbeit gelingt

    Viele Studierende tun sich schwer damit ihre Abschlussarbeit fertigzustellen. In der Wochenendausgabe des Standards gebe ich einige Tipps wie Sie sich selbst überlisten können, um endlich Ihre Abschluss- oder Doktorarbeit fertigzustellen. Anwendbar sind die Tipps aber auf nahezu alle Aufgaben, die Sie möglicherweise vor sich herschieben. Den lesenswerten Artikel von Frau Ostermann finden Sie hier.

    Die Grundidee der Erweiterung des klassischen Nudgings liegt darin, sein/ihr eigne(r) Entscheidungsaarchitekt(in) zu sein. Die Hintergründe dazu erläutere ich in diesem #TEDxTalk: https://www.ted.com/talks/johannes_siebert_nudge_yourself_to_make_better_decisions

    Wer sich noch mehr für die Thematik interessiert findet in diesem kostenlosen MOOC Smart Entscheiden (https://imoox.at/course/smartentscheiden) genug spannendes Material für die fussballlose, verregnete VorweihnachtszeitJ

  • Making a good career choice: A decision-analytical intervention to enhance proactive decision-making and career choice self-efficacy in high school students

    Making a good career choice: A decision-analytical intervention to enhance proactive decision-making and career choice self-efficacy in high school students

    Am Ende der Schule stehen Jugendliche vor der ersten lebensverändernden Entscheidung, was sie nach dem Schulabschluss machen wollen. Für diese Entscheidungen müssen die Jugendlichen in der Lage sein, gute Entscheidungen zu treffen. Die meisten Schulen haben jedoch noch keine Entscheidungstrainings in ihre Lehrpläne aufgenommen. Um diese Lücke zu schließen, wurde eine neue Intervention mit dem Namen „KLUGentscheiden!“ entwickelt, um komplexe Entscheidungsfindungen bei Oberstufenschülern zu trainieren.

    Die Intervention zielt auf drei Schlüsselkomponenten einer guten Entscheidungsfindung ab: die Vorstellung der eigenen Ziele, die Identifizierung relevanter Alternativen und der Vergleich der identifizierten Alternativen durch eine gewichtete Bewertung. Wir gingen davon aus, dass ein erfolgreiches Training dieser entscheidungsanalytischen Schritte die selbst wahrgenommenen proaktiven Entscheidungsfähigkeiten verbessern sollte. Darüber hinaus sollte das Training auch die selbst eingeschätzte Selbstwirksamkeit bei der Berufswahl erhöhen.

    Die Intervention wurde in einer pseudorandomisierten Kontrollstudie mit 193 Oberschülern evaluiert. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe konnte die Interventionsgruppe die proaktiven Entscheidungsfähigkeiten und die Selbstwirksamkeit bei der Berufswahl signifikant steigern. Obwohl verschiedene Langzeitevaluierungen noch ausstehen, stellt die Intervention KLUGentscheiden! ein wichtiges Instrument zur Schulung komplexer Entscheidungsfindungen bei Oberstufenschülern dar. Sie kann auch auf andere Berufswahlentscheidungen junger Menschen angewandt werden, z. B. auf die Wahl von Studienfächern, einer Abschlussarbeit, eines Arbeitsplatzes oder eines Berufsfeldes.

    Siebert, Johannes U., Becker, Maxi; Oeser, Nadine. “Making the right career choice: A new educational tool to train decision-making proactivity in high school students” (Decision Sciences Journal for Innovative Education), https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dsji.12280

  • TOP Bewertung für MCI MOOC „Smart Entscheiden

    TOP Bewertung für MCI MOOC „Smart Entscheiden

    „Smarte Entscheidungen machen richtig glücklich“: MCI MOOC bestbewerteter Kurs auf iMooX

    Smarte Entscheidungen machen richtig glücklich! Und wie man diese aktiv trifft, haben bereits 650 zufriedene Teilnehmende in unserem MCI MOOC „Smart Entscheiden“ von Prof. Johannes Siebert in den ersten neun Monaten erlernen können. Der MOOC ist sogar der bestbewertete Kurs auf der iMooX-Plattform mit über 100 Kursen bei einer Bewertung von 4.98 von 5.00 möglichen Sternen.

    Das Kernstück des kostenlosen MOOC sind 8 interaktive Videos mit einer Länge von insgesamt gut 2,5 Stunden. Darüber hinaus werden weiterführende Lehrmaterialien, Reflektionsaufgaben und Quizzes für eine vertieften Lernerfolg bereitgestellt. Darüber hinaus arbeiten die Teilnehmenden an ihrem eigenen fortlaufenden Beispiel.

    Prof. Siebert erklärt, warum viele Menschen schlechte Entscheidungen treffen und wie man das vermeiden kann. Dafür stellt er einige einfache, aber effektive Methoden vor, die auf neuesten Entwicklungen der Verhaltensökonomik und Entscheidungswissenschaften basieren. Die Teilnehmenden sollen lernen, reflektiert und bewusst Entscheidungen zu treffen. Dafür versetzt Prof. Siebert die Teilnehmenden in die Lage, ihre eigenen sogennanten Entscheidungsarchitekt/innen zu werden. Eine Kurzzusammenfassung des Grundkonzepts bietet der TEDxTalk „Nudge yourself to make better decisions“ von Prof. Siebert.

    Die dargestellten Methoden eignen sich grundsätzlich für fast alle Entscheidungen. Da Karriereentscheidungen nicht nur für viele Studierenden hochrelevant sind, erläutert Prof. Siebert die Methoden konsequent an Karrierreentscheidungen. Dabei steht insbesondere die Wahl der Jobs nach Abschluss der Ausbildung im Vordergrund.

    Die Vorteile eines MOOC zeigen sich insbesondere im selbstgesteuerten Lernen. Die Lernenden können ihren Lernprozess selbständig planen, gestalten und bewerten. Eine Schlüsselkompetenz, die für ein lebenslanges, erfolgreiches Lernen unabdingbar ist. Auch im Unterricht lässt sich die Selbstlernkompetenz durch Lehrende aktiv fördern, indem sie beispielsweise mit authentischen und realitätsnahen Problemstellungen oder Projekten arbeiten. Anstatt die dafür benötigten theoretischen und praktischen Grundlagen direkt zu vermitteln, lassen sie die Studierenden diese selbständig erarbeiten. Das motiviert zudem, sich neuen und komplexen Herausforderungen zu stellen.

    Und was sagen die Studierenden zu dieser Form des Lernens? Was gefällt ihnen daran besonders gut? Hier ein paar Stimmen aus unserem MCI MOOC.

    Die Erklärungen in den Videos waren sehr verständlich und man konnte das erlernte Wissen danach sofort anwenden. Die örtliche und zeitliche Flexibilität von Online-Kursen ist der größte Vorteil eines solchen Kurses.“

    Inhaltlich gut aufgebaut, gute Mischung aus Lernen und Anwenden, verständlich formuliert und nachvollziehbar.“

    Die klaren, kurzweiligen Denkanstöße und die Aufgaben zur Reflexion dazu, anhand von eigenen Zielsetzungen.“

    „Die super Aufarbeitung durch die Pausen/Unterbrechungen bei den Videos sowie die eingepflegten Fragen – cool gemacht!“

    Wenn Sie Interesse haben, können Sie sich hier für den kostenlosen MOOC einschreiben. 

    Warum sollten Sie sich mit Ihrer Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen auseinandersetzen? Wer gute Entscheidungen trifft, ist in der Folge zufriedener mit seinem oder ihrem Leben. Darüber hinaus konnte ein Forschungsteam um Prof. Siebert empirisch nachweisen, dass gutes, proaktives Entscheiden durch Entscheidungstrainings wie Vorlesungen oder einem MOOC gesteigert werden können. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Zusammengenommen deuten die Forschungsarbeiten darauf hin, dass Studierende in Lehrveranstaltungen von Prof. Siebert in mehreren Studiengängen an der Unternehmerischen Hochschule® nicht nur lernen proaktiver zu entscheiden, sondern in der Folge zufriedener mit ihrem Leben sind.

    Wir laden herzlich alle Interessierten ein, dieses faszinierende Thema zur proaktiven Entscheidungsfindung in unseren attraktiven Studienangeboten (BA Wirtschaft & Management for Professionals, BA Business & Management und MA International Business & Management) als Impulsgeber Ihrer persönlichen, akademischen Entwicklung und zur Beschleunigung Ihrer beruflichen Karriere zu nützen.

    „TOP Bewertung für MCI MOOC „Smart Entscheiden“, News des Forschungsschwerpunks Innovation, Entrepreneurship & Marketing am MCI | Die Unternehmerische Hochschule®, 3. Oktober 2022 (Link)

  • Wie werde ich mir darüber klar, ob ich Kinder will?

    Wie werde ich mir darüber klar, ob ich Kinder will?

    Das Ideal einer großen Familie mit Kindern gibt es immer noch. Aber viele Menschen sind heute unsicher, ob sie das wirklich wollen. Sie sind vielleicht in ihren 20ern oder 30ern, ihre Freundinnen und Freunde bekommen gerade Nachwuchs, und sie malen sich aus, wie das wohl ist. Sie beobachten strahlende, aber gestresste Eltern. Und sie selbst haben sich noch nicht zu einer Entscheidung durchgerungen – denn eigentlich sind sie ganz zufrieden damit, wie ihr Leben gerade ist. Gleichzeitig ist da die Angst, etwas zu verpassen. Wie findet man heraus, was richtig ist?

    Über diese Frage haben hat Lisa Breit mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen gesprochen: Johannes Siebert ist Entscheidungsforscher, Melanie Hausler ist Psychologin und Glücksforscherin, und Johannes Frass ist Lebensberater und angehender Psychotherapeut in Wien. Sie erklären, wie man die Entscheidung treffen kann und ob Kinder wirklich glücklicher machen.

    Den Artikel im Standard finden Sie hier: https://www.derstandard.at/story/2000137561015/wie-werde-ich-mir-klar-ob-ich-kinder-will

  • Supporting Innovation in Early-Stage Pharmaceutical Development Decisions

    Supporting Innovation in Early-Stage Pharmaceutical Development Decisions

    Pharmazeutische Unternehmen überprüfen ihr Portfolio regelmäßig, um den Entwicklungsfortschritt zu überwachen und Prioritäten bei der Entwicklung von Produkten zu setzen. Bei den frühesten Vermögenswerten handelt es sich um Arzneimittelkandidaten, deren Wirksamkeit unbekannt ist und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper noch nicht vollständig erforscht sind. Bei diesen Vermögenswerten ist es sehr unsicher, ob sie den Markt erreichen und in der klinischen Praxis eingesetzt werden. Darüber hinaus sind nicht alle potenziellen Anwendungen vorhersehbar und können oft sehr unterschiedlich sein. In Ermangelung zufriedenstellender Methoden für die Entscheidung über die Zuteilung von Ressourcen für frühe Entwicklungsgüter konzentrieren sich die Entscheidungsträger fast ausschließlich auf die Bewertung der Wahrscheinlichkeit des technischen Erfolgs eines Gutes.

    In dieser Studie wird eine ganzheitlichere Methodik zur Unterstützung von Entscheidungen in der frühen Phase der pharmazeutischen Entwicklung vorgeschlagen, bei der Value-focused Thinking und multikriterielle Entscheidungsfindung zum Einsatz kommen. Die Methodik funktioniert innerhalb des Rahmens für die Entscheidungsqualität und bietet eine konsistente Bewertung verschiedener früher Entwicklungsgüter in einer Vielzahl von Krankheitsbereichen. Diese Kombination von Konzepten und Methoden wurde bei Bayer Pharmaceuticals implementiert und hat sich dort als nützlich erwiesen, da das Unternehmen einen neuen, robusteren Entscheidungsfindungsprozess für die frühe Entwicklung benötigte. In dieser Studie wird daher erörtert, wie konkrete Abwägungen auf der Ebene der Unternehmensziele möglich sind, um die Unternehmensstrategie auf die Portfoliostrategie abzustimmen, zu kommunizieren und umzusetzen.

    Darüber hinaus werden in dieser Studie Erkenntnisse für Entscheidungsanalysten und Entscheidungsträger in der pharmazeutischen Industrie vorgestellt, wie man eine Reihe grundlegender Ziele entwickelt, wie man Skalen zur Operationalisierung dieser Ziele erstellt und wie man Schritte zur Entlastung eines organisatorischen Entscheidungsprozesses unternimmt.

    Methling, Florian; Borden, Steffen A., Veeraraghavan, Deepak; Sommer; Insa, Siebert, Johannes Ulrich; von Nitzsch, Rüdiger; Seidler, Mark „Supporting Innovation in Early-Stage Pharmaceutical Development Decisions “, in Special Issue on Health Decision Analysis: Evolution, Trends, and Emerging Topics by Elisa F. Long, Gilberto Montibeller, Jun Zhuang, Decision Analysis (INFORMS), https://doi.org/10.1287/deca.2022.0452

  • Reduktion des Einflusses von Fake News

    Reduktion des Einflusses von Fake News

    Im Rahmen des Projekts PerFake wird die methodische Reduktion des Einflusses von Fake News erforscht

    Fake News wurden durch die US-Präsidentschaftswahlen 2016 und die Volksabstimmung zum Brexit zu einem globalen Phänomen, insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen soziale Medien unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. Die Verbreitung von Fake News im Internet und deren Folgen werden im Europäischen Parlament intensiv diskutiert. Dennoch gibt es bislang keine Übereinkunft, wie der Einfluss von Fake News vermindert werden soll.

    „Die Problematik von Fake News ist, dass, selbst wenn diese einwandfrei als solche identifiziert werden, immer noch „etwas hängen bleibt“, also die Meinung nachhaltig beeinflusst bleibt“ erklärt Prof. Johannes Siebert, der am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® forscht und unterrichtet. Dieses Phänomen nennt sich „Belief Perseverance Bias“ und erklärt den großen Einfluss von Fake News auf die Meinungsbildung und das Entscheidungsverhalten vieler Menschen. „Es gibt zahlreiche Redaktionen und gemeinnützige Organisationen, die Fake News identifizieren und die Bürgerinnen und Bürger über diese aufklären. Diese sehr aufwendige Arbeit trägt dazu bei, den Einfluss von Fake News zu reduzieren. Diese Faktenchecks können jedoch nur ein erster Schritt sein“ ergänzt Dr. Jana Siebert von der Palacky-Universität Olomouc in Tschechien.

    Die beiden Forschenden haben sich in dem von der Europäischen Union und dem tschechischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport finanzierten Projekt „PerFake“ mit der methodischen Reduktion des Belief Perseverance Bias im Kontext von Fake News beschäftigt. Das Ziel des Projekts war es dazu beizutragen, den negativen Einfluss von Fake News zu reduzieren. Prof. Johannes Siebert und Dr. Jana Siebert haben zwei Methoden zur Reduktion dieses Biases entwickelt und in zwei Experimenten mit zahlreichen Teilnehmer/innen getestet und optimiert. Die Experimente bestanden im Kern aus drei Schritten. Die Teilnehmer/innen (1) wurden mit Fake News konfrontiert, (2) darüber informiert, dass es sich um Fake News handelte, und (3) mit Methoden zur Reduktion des Biases konfrontiert. In jedem Schritt wurde die Meinung der Teilnehmer/innen gemessen, um den Bias festzustellen und die Effektivität der Methoden zur Reduktion dieses Biases zu analysieren.

    Beide getesteten Debiasing-Methoden zeigten vielversprechende Ergebnisse, in dem sie den Belief Perseverance Bias der Teilnehmer/innen reduziert haben. Die Debiasing-Methode „Counter Speech“ setzt darauf, die Fake News durch klare Gegenargumente zu wiederlegen. Die Debiasing-Methode „Awareness Training“ informiert allgemein die Teilnehmenden über die Existenz und Wirkungsweise des Belief Perseverance Biases. Ein solches Awareness Training könnte dazu beitragen, die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Fake News zu erhöhen. Prof. Johannes Siebert erläutert, wie dies in der Praxis funktionieren kann: „Angenommen Sie haben eine Information erhalten, beispielsweise Sie haben eine Rede eines Politikers gehört oder auf Social Media einen Post gelesen. Ein Faktencheck zeigt, dass es sich um eine Falschinformation handelt. Wenn Sie sich der Existenz des Belief Perseverance Biases bewusst sind, sollten Sie erkennen, dass Ihre ursprüngliche Meinung durch die Fake News noch immer negativ beeinflusst sein könnte, und diesen Bias anschließend korrigieren.“ Dr. Jana Siebert ergänzt: „Es wäre daher wünschenswert, die Öffentlichkeit über den Belief Perseverance Bias und seine Funktionsweise aufzuklären. Zum Beispiel könnten Fact-Checking-Organisationen ihre Faktenchecks mit einem Hinweis auf den Belief Perseverance Bias ergänzen. Ein solcher Hinweis könnte die Wirksamkeit des Fakt-Checkings und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Fake News deutlich erhöhen.“

    Quelle: „Reduktion des Einflusses von Fake News“, News des Forschungsschwerpunks Innovation, Entrepreneurship & Marketing am MCI | Die Unternehmerische Hochschule®, 24. Februar 2022 (Link)

  • Faktenchecks können nur ein erster Schritt sein

    Faktenchecks können nur ein erster Schritt sein

    Fake News: Ein globales Phänomen mit negativem Einfluss auf Meinungen. Dagegen setzen sich Professor Johannes Siebert vom MCI und Dr. Jana Siebert von der Palacky University Olomouc mit ihrem Projekt „PerFake“ ein.

    “Falschinformationen waren schon immer ein Teil unserer Gesellschaft”, sagt Johannes Siebert. Durch die Volksabstimmung zum Brexit und die US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde Fake News – “Falschinformation, die bewusst gestreut wird, um Meinungen zu manipulieren”, so der Professor – zu einem globalen Phänomen. Allgegenwärtig. Die Verbreitung von falschen Fakten sei in den letzten Jahren durch digitale soziale Netzwerke begünstigt worden. Insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen, die in ihrer Facebook-Bubble leben, sie unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. 

    Das vollständige Interview finden Sie hier: https://www.unipress.at/wissenschaft/faktenchecks-koennen-nur-ein-erster-schritt-sein/