Kategorie: Blog

  • Making a good career choice: A decision-analytical intervention to enhance proactive decision-making and career choice self-efficacy in high school students

    Making a good career choice: A decision-analytical intervention to enhance proactive decision-making and career choice self-efficacy in high school students

    Am Ende der Schule stehen Jugendliche vor der ersten lebensverändernden Entscheidung, was sie nach dem Schulabschluss machen wollen. Für diese Entscheidungen müssen die Jugendlichen in der Lage sein, gute Entscheidungen zu treffen. Die meisten Schulen haben jedoch noch keine Entscheidungstrainings in ihre Lehrpläne aufgenommen. Um diese Lücke zu schließen, wurde eine neue Intervention mit dem Namen „KLUGentscheiden!“ entwickelt, um komplexe Entscheidungsfindungen bei Oberstufenschülern zu trainieren.

    Die Intervention zielt auf drei Schlüsselkomponenten einer guten Entscheidungsfindung ab: die Vorstellung der eigenen Ziele, die Identifizierung relevanter Alternativen und der Vergleich der identifizierten Alternativen durch eine gewichtete Bewertung. Wir gingen davon aus, dass ein erfolgreiches Training dieser entscheidungsanalytischen Schritte die selbst wahrgenommenen proaktiven Entscheidungsfähigkeiten verbessern sollte. Darüber hinaus sollte das Training auch die selbst eingeschätzte Selbstwirksamkeit bei der Berufswahl erhöhen.

    Die Intervention wurde in einer pseudorandomisierten Kontrollstudie mit 193 Oberschülern evaluiert. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe konnte die Interventionsgruppe die proaktiven Entscheidungsfähigkeiten und die Selbstwirksamkeit bei der Berufswahl signifikant steigern. Obwohl verschiedene Langzeitevaluierungen noch ausstehen, stellt die Intervention KLUGentscheiden! ein wichtiges Instrument zur Schulung komplexer Entscheidungsfindungen bei Oberstufenschülern dar. Sie kann auch auf andere Berufswahlentscheidungen junger Menschen angewandt werden, z. B. auf die Wahl von Studienfächern, einer Abschlussarbeit, eines Arbeitsplatzes oder eines Berufsfeldes.

    Siebert, Johannes U., Becker, Maxi; Oeser, Nadine. “Making the right career choice: A new educational tool to train decision-making proactivity in high school students” (Decision Sciences Journal for Innovative Education), https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dsji.12280

  • Priorisierungsmodell für die frühe Entwicklungspipeline zur Ermöglichung eines ganzheitlichen Portfoliomanagements für ein pharmazeutisches Unternehmen

    Priorisierungsmodell für die frühe Entwicklungspipeline zur Ermöglichung eines ganzheitlichen Portfoliomanagements für ein pharmazeutisches Unternehmen

    Der Kunde suchte nach einer Methode zur Bewertung von Projekten in der frühen Entwicklungsphase, die eine ganzheitliche Betrachtung des Portfolios und konsistente Abwägungen ermöglichen sollte. Die Lösung war eine Multi-Attributive-Priorisierungsmethodik, die ein ganzheitliches Portfoliomanagement und eine wertorientierte Entscheidungsfindung ermöglicht. Die innovative Methodik nutzt die multiattributive Nutzentheorie und wertorientiertes Denken im Rahmen der Entscheidungsqualität, um eine konsistente Bewertung verschiedener Projekte im Frühstadium innerhalb einer heterogenen Reihe von Krankheitsbereichen zu ermöglichen und dadurch Kompromisse auf der Grundlage vereinbarter Entscheidungskriterien zu erzielen.

    Wir begannen das Projekt mit einem Brainstorming und Interviews mit den wichtigsten Interessengruppen, um den geeigneten Rahmen zu definieren, d. h. den Zweck, den Umfang und die Perspektive, die der Entscheidungsqualität entsprechen. Außerdem forderten wir die Entscheidungsträger in Interviews auf, ihre Ziele zu benennen. In Anlehnung an das wertorientierte Denken erstellten wir eine Zielhierarchie als Mittel-Zweck-Netzwerk. Mit Hilfe dieses Netzwerks und der wissenschaftlichen Expertise der Kundenteams entwickelten wir aussagekräftige Skalen, um die grundlegenden Ziele der Entscheidungsträger zu operationalisieren. Mit den Entscheidungsträgern führten wir Abwägungsgespräche unter Verwendung der www.entscheidungsnavi.de. Wir erstellten ein Bewertungsmodell, das auf einer Struktur basierte, die die grundlegenden Ziele und ihre Kompromisse unter Verwendung der Theorie des Mehr-Attribut-Nutzens bewertete. Durch die Bewertung einer Reihe von Pilotprojekten mit einer Expertengruppe des Kunden stellten wir die Robustheit der Methodik in Frage. Mit der Unterstützung des Unternehmens bewerteten wir das gesamte Projektportfolio anhand dieser neuen Methode. Wir analysierten das Portfolio und ermittelten die Hauptauswirkungen der Entscheidung – den Innovationsgrad des Portfolios. Wir förderten entscheidungsorientierte Diskussionen mit den Entscheidungsträgern, indem wir Diskussionen über wissenschaftliche Erwartungen von Diskussionen über strategische Präferenzen und Überzeugungen trennten. Am Ende dieses Gruppenentscheidungsprozesses trafen die Entscheidungsträger schließlich eine Portfolioentscheidung.

    Dieses Projekt erreichte das Finale des Practice Awards der Decision Analysis Society (INFORMS) im Jahre 2020.

  • TOP Bewertung für MCI MOOC „Smart Entscheiden

    TOP Bewertung für MCI MOOC „Smart Entscheiden

    „Smarte Entscheidungen machen richtig glücklich“: MCI MOOC bestbewerteter Kurs auf iMooX

    Smarte Entscheidungen machen richtig glücklich! Und wie man diese aktiv trifft, haben bereits 650 zufriedene Teilnehmende in unserem MCI MOOC „Smart Entscheiden“ von Prof. Johannes Siebert in den ersten neun Monaten erlernen können. Der MOOC ist sogar der bestbewertete Kurs auf der iMooX-Plattform mit über 100 Kursen bei einer Bewertung von 4.98 von 5.00 möglichen Sternen.

    Das Kernstück des kostenlosen MOOC sind 8 interaktive Videos mit einer Länge von insgesamt gut 2,5 Stunden. Darüber hinaus werden weiterführende Lehrmaterialien, Reflektionsaufgaben und Quizzes für eine vertieften Lernerfolg bereitgestellt. Darüber hinaus arbeiten die Teilnehmenden an ihrem eigenen fortlaufenden Beispiel.

    Prof. Siebert erklärt, warum viele Menschen schlechte Entscheidungen treffen und wie man das vermeiden kann. Dafür stellt er einige einfache, aber effektive Methoden vor, die auf neuesten Entwicklungen der Verhaltensökonomik und Entscheidungswissenschaften basieren. Die Teilnehmenden sollen lernen, reflektiert und bewusst Entscheidungen zu treffen. Dafür versetzt Prof. Siebert die Teilnehmenden in die Lage, ihre eigenen sogennanten Entscheidungsarchitekt/innen zu werden. Eine Kurzzusammenfassung des Grundkonzepts bietet der TEDxTalk „Nudge yourself to make better decisions“ von Prof. Siebert.

    Die dargestellten Methoden eignen sich grundsätzlich für fast alle Entscheidungen. Da Karriereentscheidungen nicht nur für viele Studierenden hochrelevant sind, erläutert Prof. Siebert die Methoden konsequent an Karrierreentscheidungen. Dabei steht insbesondere die Wahl der Jobs nach Abschluss der Ausbildung im Vordergrund.

    Die Vorteile eines MOOC zeigen sich insbesondere im selbstgesteuerten Lernen. Die Lernenden können ihren Lernprozess selbständig planen, gestalten und bewerten. Eine Schlüsselkompetenz, die für ein lebenslanges, erfolgreiches Lernen unabdingbar ist. Auch im Unterricht lässt sich die Selbstlernkompetenz durch Lehrende aktiv fördern, indem sie beispielsweise mit authentischen und realitätsnahen Problemstellungen oder Projekten arbeiten. Anstatt die dafür benötigten theoretischen und praktischen Grundlagen direkt zu vermitteln, lassen sie die Studierenden diese selbständig erarbeiten. Das motiviert zudem, sich neuen und komplexen Herausforderungen zu stellen.

    Und was sagen die Studierenden zu dieser Form des Lernens? Was gefällt ihnen daran besonders gut? Hier ein paar Stimmen aus unserem MCI MOOC.

    Die Erklärungen in den Videos waren sehr verständlich und man konnte das erlernte Wissen danach sofort anwenden. Die örtliche und zeitliche Flexibilität von Online-Kursen ist der größte Vorteil eines solchen Kurses.“

    Inhaltlich gut aufgebaut, gute Mischung aus Lernen und Anwenden, verständlich formuliert und nachvollziehbar.“

    Die klaren, kurzweiligen Denkanstöße und die Aufgaben zur Reflexion dazu, anhand von eigenen Zielsetzungen.“

    „Die super Aufarbeitung durch die Pausen/Unterbrechungen bei den Videos sowie die eingepflegten Fragen – cool gemacht!“

    Wenn Sie Interesse haben, können Sie sich hier für den kostenlosen MOOC einschreiben. 

    Warum sollten Sie sich mit Ihrer Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen auseinandersetzen? Wer gute Entscheidungen trifft, ist in der Folge zufriedener mit seinem oder ihrem Leben. Darüber hinaus konnte ein Forschungsteam um Prof. Siebert empirisch nachweisen, dass gutes, proaktives Entscheiden durch Entscheidungstrainings wie Vorlesungen oder einem MOOC gesteigert werden können. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Zusammengenommen deuten die Forschungsarbeiten darauf hin, dass Studierende in Lehrveranstaltungen von Prof. Siebert in mehreren Studiengängen an der Unternehmerischen Hochschule® nicht nur lernen proaktiver zu entscheiden, sondern in der Folge zufriedener mit ihrem Leben sind.

    Wir laden herzlich alle Interessierten ein, dieses faszinierende Thema zur proaktiven Entscheidungsfindung in unseren attraktiven Studienangeboten (BA Wirtschaft & Management for Professionals, BA Business & Management und MA International Business & Management) als Impulsgeber Ihrer persönlichen, akademischen Entwicklung und zur Beschleunigung Ihrer beruflichen Karriere zu nützen.

    „TOP Bewertung für MCI MOOC „Smart Entscheiden“, News des Forschungsschwerpunks Innovation, Entrepreneurship & Marketing am MCI | Die Unternehmerische Hochschule®, 3. Oktober 2022 (Link)

  • Wie werde ich mir darüber klar, ob ich Kinder will?

    Wie werde ich mir darüber klar, ob ich Kinder will?

    Das Ideal einer großen Familie mit Kindern gibt es immer noch. Aber viele Menschen sind heute unsicher, ob sie das wirklich wollen. Sie sind vielleicht in ihren 20ern oder 30ern, ihre Freundinnen und Freunde bekommen gerade Nachwuchs, und sie malen sich aus, wie das wohl ist. Sie beobachten strahlende, aber gestresste Eltern. Und sie selbst haben sich noch nicht zu einer Entscheidung durchgerungen – denn eigentlich sind sie ganz zufrieden damit, wie ihr Leben gerade ist. Gleichzeitig ist da die Angst, etwas zu verpassen. Wie findet man heraus, was richtig ist?

    Über diese Frage haben hat Lisa Breit mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen gesprochen: Johannes Siebert ist Entscheidungsforscher, Melanie Hausler ist Psychologin und Glücksforscherin, und Johannes Frass ist Lebensberater und angehender Psychotherapeut in Wien. Sie erklären, wie man die Entscheidung treffen kann und ob Kinder wirklich glücklicher machen.

    Den Artikel im Standard finden Sie hier: https://www.derstandard.at/story/2000137561015/wie-werde-ich-mir-klar-ob-ich-kinder-will

  • Supporting Innovation in Early-Stage Pharmaceutical Development Decisions

    Supporting Innovation in Early-Stage Pharmaceutical Development Decisions

    Pharmazeutische Unternehmen überprüfen ihr Portfolio regelmäßig, um den Entwicklungsfortschritt zu überwachen und Prioritäten bei der Entwicklung von Produkten zu setzen. Bei den frühesten Vermögenswerten handelt es sich um Arzneimittelkandidaten, deren Wirksamkeit unbekannt ist und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper noch nicht vollständig erforscht sind. Bei diesen Vermögenswerten ist es sehr unsicher, ob sie den Markt erreichen und in der klinischen Praxis eingesetzt werden. Darüber hinaus sind nicht alle potenziellen Anwendungen vorhersehbar und können oft sehr unterschiedlich sein. In Ermangelung zufriedenstellender Methoden für die Entscheidung über die Zuteilung von Ressourcen für frühe Entwicklungsgüter konzentrieren sich die Entscheidungsträger fast ausschließlich auf die Bewertung der Wahrscheinlichkeit des technischen Erfolgs eines Gutes.

    In dieser Studie wird eine ganzheitlichere Methodik zur Unterstützung von Entscheidungen in der frühen Phase der pharmazeutischen Entwicklung vorgeschlagen, bei der Value-focused Thinking und multikriterielle Entscheidungsfindung zum Einsatz kommen. Die Methodik funktioniert innerhalb des Rahmens für die Entscheidungsqualität und bietet eine konsistente Bewertung verschiedener früher Entwicklungsgüter in einer Vielzahl von Krankheitsbereichen. Diese Kombination von Konzepten und Methoden wurde bei Bayer Pharmaceuticals implementiert und hat sich dort als nützlich erwiesen, da das Unternehmen einen neuen, robusteren Entscheidungsfindungsprozess für die frühe Entwicklung benötigte. In dieser Studie wird daher erörtert, wie konkrete Abwägungen auf der Ebene der Unternehmensziele möglich sind, um die Unternehmensstrategie auf die Portfoliostrategie abzustimmen, zu kommunizieren und umzusetzen.

    Darüber hinaus werden in dieser Studie Erkenntnisse für Entscheidungsanalysten und Entscheidungsträger in der pharmazeutischen Industrie vorgestellt, wie man eine Reihe grundlegender Ziele entwickelt, wie man Skalen zur Operationalisierung dieser Ziele erstellt und wie man Schritte zur Entlastung eines organisatorischen Entscheidungsprozesses unternimmt.

    Methling, Florian; Borden, Steffen A., Veeraraghavan, Deepak; Sommer; Insa, Siebert, Johannes Ulrich; von Nitzsch, Rüdiger; Seidler, Mark „Supporting Innovation in Early-Stage Pharmaceutical Development Decisions “, in Special Issue on Health Decision Analysis: Evolution, Trends, and Emerging Topics by Elisa F. Long, Gilberto Montibeller, Jun Zhuang, Decision Analysis (INFORMS), https://doi.org/10.1287/deca.2022.0452

  • Reduktion des Einflusses von Fake News

    Reduktion des Einflusses von Fake News

    Im Rahmen des Projekts PerFake wird die methodische Reduktion des Einflusses von Fake News erforscht

    Fake News wurden durch die US-Präsidentschaftswahlen 2016 und die Volksabstimmung zum Brexit zu einem globalen Phänomen, insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen soziale Medien unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. Die Verbreitung von Fake News im Internet und deren Folgen werden im Europäischen Parlament intensiv diskutiert. Dennoch gibt es bislang keine Übereinkunft, wie der Einfluss von Fake News vermindert werden soll.

    „Die Problematik von Fake News ist, dass, selbst wenn diese einwandfrei als solche identifiziert werden, immer noch „etwas hängen bleibt“, also die Meinung nachhaltig beeinflusst bleibt“ erklärt Prof. Johannes Siebert, der am MCI | Die Unternehmerische Hochschule® forscht und unterrichtet. Dieses Phänomen nennt sich „Belief Perseverance Bias“ und erklärt den großen Einfluss von Fake News auf die Meinungsbildung und das Entscheidungsverhalten vieler Menschen. „Es gibt zahlreiche Redaktionen und gemeinnützige Organisationen, die Fake News identifizieren und die Bürgerinnen und Bürger über diese aufklären. Diese sehr aufwendige Arbeit trägt dazu bei, den Einfluss von Fake News zu reduzieren. Diese Faktenchecks können jedoch nur ein erster Schritt sein“ ergänzt Dr. Jana Siebert von der Palacky-Universität Olomouc in Tschechien.

    Die beiden Forschenden haben sich in dem von der Europäischen Union und dem tschechischen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport finanzierten Projekt „PerFake“ mit der methodischen Reduktion des Belief Perseverance Bias im Kontext von Fake News beschäftigt. Das Ziel des Projekts war es dazu beizutragen, den negativen Einfluss von Fake News zu reduzieren. Prof. Johannes Siebert und Dr. Jana Siebert haben zwei Methoden zur Reduktion dieses Biases entwickelt und in zwei Experimenten mit zahlreichen Teilnehmer/innen getestet und optimiert. Die Experimente bestanden im Kern aus drei Schritten. Die Teilnehmer/innen (1) wurden mit Fake News konfrontiert, (2) darüber informiert, dass es sich um Fake News handelte, und (3) mit Methoden zur Reduktion des Biases konfrontiert. In jedem Schritt wurde die Meinung der Teilnehmer/innen gemessen, um den Bias festzustellen und die Effektivität der Methoden zur Reduktion dieses Biases zu analysieren.

    Beide getesteten Debiasing-Methoden zeigten vielversprechende Ergebnisse, in dem sie den Belief Perseverance Bias der Teilnehmer/innen reduziert haben. Die Debiasing-Methode „Counter Speech“ setzt darauf, die Fake News durch klare Gegenargumente zu wiederlegen. Die Debiasing-Methode „Awareness Training“ informiert allgemein die Teilnehmenden über die Existenz und Wirkungsweise des Belief Perseverance Biases. Ein solches Awareness Training könnte dazu beitragen, die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Fake News zu erhöhen. Prof. Johannes Siebert erläutert, wie dies in der Praxis funktionieren kann: „Angenommen Sie haben eine Information erhalten, beispielsweise Sie haben eine Rede eines Politikers gehört oder auf Social Media einen Post gelesen. Ein Faktencheck zeigt, dass es sich um eine Falschinformation handelt. Wenn Sie sich der Existenz des Belief Perseverance Biases bewusst sind, sollten Sie erkennen, dass Ihre ursprüngliche Meinung durch die Fake News noch immer negativ beeinflusst sein könnte, und diesen Bias anschließend korrigieren.“ Dr. Jana Siebert ergänzt: „Es wäre daher wünschenswert, die Öffentlichkeit über den Belief Perseverance Bias und seine Funktionsweise aufzuklären. Zum Beispiel könnten Fact-Checking-Organisationen ihre Faktenchecks mit einem Hinweis auf den Belief Perseverance Bias ergänzen. Ein solcher Hinweis könnte die Wirksamkeit des Fakt-Checkings und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Fake News deutlich erhöhen.“

    Quelle: „Reduktion des Einflusses von Fake News“, News des Forschungsschwerpunks Innovation, Entrepreneurship & Marketing am MCI | Die Unternehmerische Hochschule®, 24. Februar 2022 (Link)

  • Faktenchecks können nur ein erster Schritt sein

    Faktenchecks können nur ein erster Schritt sein

    Fake News: Ein globales Phänomen mit negativem Einfluss auf Meinungen. Dagegen setzen sich Professor Johannes Siebert vom MCI und Dr. Jana Siebert von der Palacky University Olomouc mit ihrem Projekt „PerFake“ ein.

    “Falschinformationen waren schon immer ein Teil unserer Gesellschaft”, sagt Johannes Siebert. Durch die Volksabstimmung zum Brexit und die US-Präsidentschaftswahlen 2016 wurde Fake News – “Falschinformation, die bewusst gestreut wird, um Meinungen zu manipulieren”, so der Professor – zu einem globalen Phänomen. Allgegenwärtig. Die Verbreitung von falschen Fakten sei in den letzten Jahren durch digitale soziale Netzwerke begünstigt worden. Insbesondere dadurch, dass immer mehr Menschen, die in ihrer Facebook-Bubble leben, sie unreflektiert als Quelle für Nachrichten heranziehen. 

    Das vollständige Interview finden Sie hier: https://www.unipress.at/wissenschaft/faktenchecks-koennen-nur-ein-erster-schritt-sein/

  • Das Glück der klugen Entscheidung

    Das Glück der klugen Entscheidung

    Die wenigsten Menschen haben gelernt, wie man gute Entscheidungen trifft. Dabei macht die Fähigkeit, ganz bewusst optimale Entscheidungen zu finden, zufriedener im Leben. Im Standard erläutere ich, wie Menschen trainieren können, bessere Entscheidungen zu treffen, und in der Folge zufriedener mit ihrem Leben zu sein.

    Selbstbestimmt zu sein heißt, ständig eigene Entscheidungen zu treffen. Bekanntlich sind das aber nicht immer die richtigen. Nachher ist man meistens schlauer, aber dann auch häufig frustrierter, weil nicht das eingetreten ist, was eigentlich geplant war. Diesen Zusammenhang hat Johannes Siebert vom Management Center Innsbruck (MCI) mit seinem Team in mehreren empirischen Studien belegt: „Wir haben in einem Strukturgleichungsmodell gezeigt, dass, wer höhere proaktive kognitive Fähigkeiten für Entscheidungen hat, in der Folge zufriedener mit seinem Leben ist“, berichtet Siebert. Solche für kluge Entscheidungen im Privatleben oder in der Arbeitswelt notwendigen Fähigkeiten lassen sich durch entsprechende Schulungen verbessern….

    Den vollständigen Artikel von Johannes Lau finden Sie hier.

    Referenzen

    Siebert, Johannes U., Becker, Maxi; Oeser, Nadine. “Making the right career choice: A new educational tool to train decision-making proactivity in high school students” (Decision Sciences Journal for Innovative Education), https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dsji.12280

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of decision training on individuals’ decision-making proactivity”, European Journal of Operational Research, 294 (1) 2021, 264-282 https://doi.org/10.1016/j.ejor.2021.01.010

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction”, European Journal of Operational Research, 280(1) 2020, 1171-1187,  doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.0111

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard. “Developing and Validating the Multidimensional Proactive Decision-Making Scale”. Special Issue „Behavioral Operations Research“ in European Journal of Operational Research, 249(3) 2016, 864-877.dx.doi.org/10.1016/j.ejor.2015.06.066

  • Wie man die besseren Lebensentscheidungen fällt

    Wie man die besseren Lebensentscheidungen fällt

    Kann man lernen, Entscheidungen so zu treffen, dass sie Entwicklungen im Privaten oder in Unternehmen langfristig positiv beeinflussen? Nur wenn die Charaktereigenschaften stimmen, sagt die Forschung.

    „Ein Großteil der Unternehmen trifft extrem schlechte Entscheidungen, weil sie nicht in der Lage sind, ihre Ziele zu identifizieren“, erklärt Johannes Siebert vom Management Center Innsbruck (MCI). Nur wenn Ziele und Werte des Unternehmens definiert würden, können sie auch systematisch verfolgt werden. Geschieht dies nicht, regiert das Festhalten am Status quo, anstatt Veränderungen proaktiv einzuleiten. Sich richtig zu entscheiden, ist laut Siebert, auch die Grundlage für unternehmerischen Erfolg….

    Artikel Der Presse erläutere ich, wie Menschen Entscheidungen treffen und in der Folge zufriedener mit ihrem Leben sein können. Folgen Sie einfach diesem Link.

    Quellen

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of decision training on individuals’ decision-making proactivity”, European Journal of Operational Research, 294 (1) 2021, 264-282 https://doi.org/10.1016/j.ejor.2021.01.010

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard, Rolf, Philipp. “Effects of Proactive Decision Making on Life Satisfaction”, European Journal of Operational Research, 280(1) 2020, 1171-1187,  doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.0111

    Siebert, Johannes U.; Kunz, Reinhard. “Developing and Validating the Multidimensional Proactive Decision-Making Scale”. Special Issue „Behavioral Operations Research“ in European Journal of Operational Research, 249(3) 2016, 864-877.dx.doi.org/10.1016/j.ejor.2015.06.066

  • Klug entscheiden lernen: Studien zeigen Einfluss von Schulungen auf das Entscheidungsverhalten

    Klug entscheiden lernen: Studien zeigen Einfluss von Schulungen auf das Entscheidungsverhalten

    Veröffentlichungen

    Johannes Ulrich Siebert, Reinhard E. Kunz, Philipp Rolf. Effects of decision training on individuals’ decision-making proactivity. European Journal of Operational Research (2021), DOI: https://doi.org/10.1016/j.ejor.2021.01.010

    Johannes Ulrich Siebert, Reinhard E. Kunz, Philipp Rolf: Effects of proactive decision making on life satisfaction. European Journal of Operational Research (2020), 280, 1171-1187. DOI: https://doi.org/10.1016/j.ejor.2019.08.011 

    Universität Bayreuth, Pressemitteilung Nr. 020/2021 vom 15.02.2021

    Wer in wichtigen privaten und beruflichen Fragen kluge Entscheidungen trifft, erhöht die Chancen auf größere Lebenszufriedenheit. Die dafür erforderlichen kognitiven Fähigkeiten lassen sich durch Schulungen signifikant steigern. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Universität Bayreuth in aktuellen empirischen Studien, die im „European Journal of Operational Research“ erschienen sind. Mehrwöchige Kurse mit Teilnehmer*innen verschiedener Alters- und Berufsgruppen stärkten nachweislich deren Fähigkeit, in schwierigen Entscheidungssituationen eine gut überlegte Wahl zu treffen.

    Sind die kognitiven Fähigkeiten, die ein proaktives kluges Entscheidungsverhalten stärken, zu schwach ausgeprägt, kommt es zu Fehlentscheidungen, genauer: zur Wahl suboptimaler Handlungsoptionen. Nicht selten werden dadurch die Lebensqualität und die Lebenszufriedenheit dauerhaft beeinträchtigt. Schulungen, die sowohl die Vermittlung von Grundlagenwissen als auch praktische Übungen einschließen, können jedoch das Entscheidungsverhalten deutlich verbessern – und zwar genau dadurch, dass sie kognitive Fähigkeiten stärken. Dazu zählen vor allem die Fähigkeiten, Entscheidungssituationen vorausschauend und proaktiv anzugehen, Klarheit über eigene Ziele zu gewinnen, erfolgversprechende Optionen zu identifizieren und durch kluges Abwägen eine bestmögliche Wahl zu treffen. Dies hat ein Forschungsteam der Universität Bayreuth in mehrjährigen Untersuchungen herausgefunden. Daran beteiligt waren PD Dr. Johannes Siebert, Philipp Rolf sowie der ehemalige Juniorprofessor Dr. Reinhard Kunz, der jetzt eine Professur an der Universität zu Köln innehat.

    Schulungsveranstaltungen können allerdings nicht die Charaktereigenschaften verändern, die – neben den kognitiven Fähigkeiten – ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf das Entscheidungsverhalten haben. „Langfristig wirksame Dispositionen, wie etwa das Streben nach Selbstoptimierung oder eine initiativfreudige Einstellung zum Leben, können sich offensichtlich nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate aufgrund von Schulungen herausbilden“, erklärt Siebert, der sich in Bayreuth habilitiert hat und derzeit am Management Center Innsbruck forscht und unterrichtet.

    In einer Vorgängerstudie haben die Bayreuther Wissenschaftler nachweisen können, dass kluges proaktives Entscheidungsverhalten die Lebenszufriedenheit erheblich fördern kann. Entscheidend ist dabei nicht allein die Fähigkeit, vorgegebene Handlungsoptionen umsichtig zu bewerten und gegeneinander abzuwägen, sondern auch die Fähigkeit, selbständig weitere Optionen zu entdecken oder sogar neu zu schaffen. „Unsere Studien zeigen deutlich: Wie sehr wir mit unserem Leben zufrieden sind, hängt keineswegs nur von Gegebenheiten ab, denen wir ausgeliefert sind, ohne sie beeinflussen zu können. Ein proaktives Entscheidungsverhalten hilft uns dabei, neue und bessere Handlungsoptionen zu erschließen und dadurch die eigene Lebensqualität zu stärken. Weil wir die dafür nötigen Fähigkeiten gezielt trainieren können, liegt es auch in unserer Hand, ob wir uns zu zufriedenen Menschen entwickeln“, sagt Philipp Rolf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Produktionswirtschaft und Industriebetriebslehre der Universität Bayreuth.

    Die neuen Erkenntnisse über die Stärkung der für gute Entscheidungen wichtigen kognitiven Eigenschaften sind aus der wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung von drei mehrwöchigen Veranstaltungen hervorgegangen: Ein Online-Kurs zur Qualität von Entscheidungen wurde in Zusammenarbeit mit einer renommierten US-amerikanischen Universität durchgeführt, eine Vorlesung zur Entscheidungstheorie fand an einer Technischen Universität in Deutschland statt, Lehrveranstaltungen am Management Center Innsbruck in Österreich legten einen Schwerpunkt auf die systematische Strukturierung und Lösen von Entscheidungssituationen. Die insgesamt mehr als 1.000 Teilnehmer*innen gehörten unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen an und bildeten so ein breites gesellschaftliches Spektrum ab. „Alle drei Kurse haben die Fähigkeit der Teilnehmenden, durch proaktives und kluges Überlegen zu richtigen Entscheidungen zu gelangen, nachweislich gestärkt – und zwar unabhängig von ihrer Alters- und Geschlechtszugehörigkeit oder ihrer beruflichen Tätigkeit“, sagt Siebert.

    „KLUG entscheiden!“: Ein Schulprojekt in Oberfranken

    Die Ergebnisse der beiden Studien werden auch in das Schulprojekt „KLUG entscheiden!“ einfließen, das vor drei Jahren in Oberfranken und der Oberpfalz gestartet ist. Zahlreiche Schüler*innen wurden in Workshops bereits mit Erfolg dazu angeleitet, nach dem Schulabschluss eine gut begründete und weitsichtige Entscheidung für eine Ausbildung oder für ein Studium zu treffen. Darüber hinaus werden Lehrkräfte mit Grundlagen der Entscheidungstheorie vertraut gemacht und darin ausgebildet, die im Projekt erarbeiteten Inhalte in ihren Unterricht zu integrieren. Das Projekt befasst sich zugleich mit der Frage, wie Schulen ein solches Entscheidungsverhalten fördern können. „Erste Ergebnisse zeigen, dass auch Schülerinnen und Schüler ihre Entscheidungsfähigkeiten trainieren können und in der Folge ihre Berufswahlentscheidungen selbstbewusster angehen. Hieraus ergeben sich sehr interessante neue Ansatzpunkte für die Förderung junger Menschen“, resümiert Siebert. Das Projekt wird von der Rainer Markgraf Stiftung, der Adalbert-Raps-Stiftung und der Oberfrankenstiftung finanziell unterstützt und bis Ende 2021 in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth fortgesetzt.